s. Eintrag "Katzelmacher" [ von Koschutnig am 2009-08-19 14:12:03 ]
Das Wort "Katzelmacher" ist schon 1741 in Wien "als Scheltname des Italieners volksläufig", weiß Kluge, Etym. Wb.
Da waren die ladinischen Grödner mit ihren im Winter geschnitzten und im Sommer wandernd verkauften "Ggatzlen" (kl. Schöpfkellen) und anderen Küchengeräten, die also die eigentlichen "Katzelmacher" waren, allerdings noch laaange keine Italiener, und das Grödnertal war auch nie Teil von "Welsch-Tirol".
Zum bösen Schimpfwort für Italiener ist das Wort dann im Laufe des 1. Weltkriegs geworden. Da dürften sämtliche üblen Assoziationen mitgespielt haben, von denen in der Interpretationsliteratur die Rede ist.
Die Grödner schnitzen übrigens heute statt billiger hölzerner Suppenschöpfer teure Madonnen. "Madonnenmacher"? Was ist das Gegenteil von pejorativ und Ethnophaulismus?
Kluge, Etymologisches Wb., d a s etym. Werk aus dem auch Duden schöpft, sagt, der Ursprung sei ein venezianisches "Cazza" (=Kelle), in Tirol zu "Kåtze" (Ggåtze), verkleinert zu "Katzl", schreibt den Plural als "Ggatzlen" und bezeichnet andere Thesen als "abwegig".