Von "Prof. Wurst": [ von Koschutnig am 2010-01-23 14:06:43 ]
Die “Sainihånser Wischtl” wurden vor etwa 100 Jahren von Josef Seibl erfunden, dem Wirt des Gasthauses zum Seisl am St. Johanner Hauptplatz. Es sind stärker geräucherte Schweinswürstl, die unter Verwendung von Schweineschwarten nach einem einst streng gehüteten Rezept hergestellt wurden und in ihrer Form etwas länger und dünner sind als Frankfurter bzw. Wiener Würstel.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die "St. Johanner" dann von der Metzgerei Nothegger produziert, sodass die Würstl manchmal auch “Nothegger-Wischtl” genannt wurden. Die Fleischerei wurde aber in den 1990er Jahren geschlossen, und so ist jetzt wieder der ursprüngliche Ausdruck “Sainihånser Wischtl” bzw. “Seinihånser” geläufig.
Inzwischen produziert eigentlich jeder Fleischhauer in der Gegend Seinihånser Würstl, die nun je nach Rezept unterschiedlich schmecken können. Auch dürfen Schweineschwarten jetzt nicht mehr verwendet werden, wodurch sich der ursprüngliche Geschmack etwas geändert hat.
Nur gekochte Würste, die im heißen Wasser ziehen müssen, sind die echten “Sainihånser”, und es ist verpönt, sie anders als mit original “Sainihånser Krensenf” oder mit frisch gerissenem Kren (= Meerrettich) und einem “Bitschei” (= Semmel/Brötchen) zu essen. Nur Schwarzbrot statt der Semmel ist erlaubt. Jede andere Variation aber wäre so barbarisch wie "Scotch on the Rocks"
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