Exemplarisch für unzählige Erinnerungen aus der "Fernsehkindheit": [ von anachoret am 2010-02-23 14:49:33 ]
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Tintifax auf dem Zauberberg:
Späte Erkenntnisse.
Wie bei Peter Zimmermann hatte auch auf meine Entwicklung das Kasperltheater großen Einfluss. Ich lernte zu hassen. Die Abkehr von der Halbmoral der idiotischen Holzpuppe trieb mich in die Arme Thomas Bernhards, der mit dem Kasperlunwesen in Österreich gründlich aufräumte. Diese Aufgabe hatte auf der Puppenbühne der hässliche Zauberer
Tintifax, bei dessen Erscheinen ich immer auf FS2 schaltete, weil ich die Hosen voll hatte. Voller geht nicht."
Quelle: http://oe1.orf.at/highlights/33320.html
"...(kasperltheater! ich wollt helfen, und ein so ein
tintifax flippt gleich voll aus)
wahnsinn!"
Quelle: Dem Idiom nach österreichisches Posting auf http://www.trojaner-board.de/17276-ie-oeffnet-stets-mehrere-werbe-fenster-2.html#post138951
Isoliert man an der Rolle Kasperls den "Prügelpolizisten" und setzt die vom bekannten Spruch
„Das Beeeste iiiiiiist, das Beeeste iiiiiiist – wir sperren den
Tintifax in eine Kiste!“
begleitete Verbannung Tintifaxens in ein finsteres Loch mit der Biographie Rothsteins, der sich als Kind von den Nazis verfolgt in einem Keller verstecken musste, in Beziehung, kann man sich fragen, ob diese untergründige Vorführung der spielerischen Wiederholung eines Traumas,
vom ORF ausgestrahlt in die Kinderzimmer Nachkriegsösterreichs,
nicht eine subtile Form, das Unaussprechliche der Vergangenheit zumindest emotional präsent zu halten, darstellte.
Verbreitung: Dutzendfach als Pseudonym im Netz verwendet, Namensgeber für Druckerpatronen-Fachgeschäfte und auch ein Kinderhort in Feldkirchen, Vorarlberg heißt so: http://www.vs-glanhofen.at/DE/termine_7_DE.html.