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Der Ise, der Sachen

von iuliia 14.07.2017
Hallo! Vielleicht weiss jemand, was "der Ise" und "der Sachen" aus Kalmans Oper "Gräfin Mariza" bedeuten? Ich zitiere:

"Ich bitte, nicht lachen, der Ise , der Sachen, der Amor,
Der hat mich so gepackt!
Die Urkraft der Triebe, das Feuer der Liebe,
Ich weiss nicht genau wie man da sagt!"

Vielen Dank im Voraus!

Ise - Sachen

JoDo 14.07.2017
• Beim zweiten Begriff bin ich mir ziemlich sicher, dass das so was heißt wie "Dingsda". Früher konnte ich das öfter hören, wenn ein Name nicht gleich greifbar war oder, wenn eine bestimmte Person "eh schon wissen wer" durch den Kakao gezogen werden sollte. Auch in der Version "Sachenberger" ist das schon vorgekommen.
• Beim ersten Begriff weiß ich nicht: Da gibt es eine (ältere?) Aufnahme mit dem Kölner Rundfunkorchester unter Franz Marszalek, wo man genau hört, wie der Sänger mit starkem ungårischäm Dialäkt dises "Ise" artikuliert. Das könnte aber wieder so was Ähnliches wie das "Sachen" sein: "Ise" = "Ist eh" > "eh schon wissen". Keine gesicherte Auskunft, aber nur so eine Vermutung. lG JoDo

Ise-Sachen

iuliia 14.07.2017
Dies scheint mir eine sehr gute Erklärung zu sein. Vielen Dank! :-)

„Ise“ - eine Möglichkeit:

Koschutnig 18.07.2017
Der ungarische Mariza-Text, der allerdings nur sehr entfernt dem deutschen entspricht - z.B. ist im Refrain des berühmten Duetts aus Varaždin (heute Kroatien) das weit entfernte heute rumänische [b]Klausenburg , im Liedtext Kolozsvár, jetzt rumänisch Cluj-Napoca geworden – fängt im Duett an: Ez nem vicc ez mámor, az izé az Ámor ....

„mámor“ (Rausch, Trunkenheit) ist da, weil’s natürlich so hübsch auf „Amor“, reimt – die Bedeutungsbreite ist riesig (Begeisterung, Entzücken, Entzückung, Entrückung, Verzückung, Vergiftung ...,

izé“ aber ist ungarisch „Ding, Dingsda, Dingsbums“

Ich lache der Ise, der Sachen“ – könnte also nicht einfach ganz banal das ungarische Wort „izé" für „Sache“ neben das deutsche gestellt worden sein?

Vielleicht war im Umkreis von Alfred Grünwald, einem der beiden Librettisten, dessen Vater ja aus Ungarn war, das ungarische „izé“ ein alltägliches Wort für „Ding, Dings, Dingsda, Dingsbums“ gewesen sein, sodass „der Ise, der Sachen“ nichts als eine Wiederholung mit dem deutschen Synonym darstellt? In den ungarischen Text ist dann das izé eingebaut worden, damit außer dem Amor noch eine Ähnlichkeit vorhanden ist. Wie gesagt: eine Möglichkeit.

Den ungarischen Duett-Text findet man übrigens hier: http://tinyurl.com/ycerxfj8

K.




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