Sonntagberg ist eine
Marktgemeinde im
Bezirk Amstetten in
Niederösterreich und ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort.
Geografie
Sonntagberg liegt im
Mostviertel in Niederösterreich. 29,11 Prozent der Fläche der Marktgemeinde sind bewaldet.
Katastralgemeinden sind Sonntagberg und Böhlerwerk. Weitere Ortschaften sind Hilm, Gleiß, Rosenau am Sonntagberg und Bruckbach.
Geschichte
Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz
Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle
Geschichte Österreichs. Für kurze Zeit (1923-24) beheimatete Sonntagberg die zwei Jahre vorher in
Dresden-
Hellerau von
Alexander Neill gegründete
Summerhill-Schule.
Einwohnerentwicklung
Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 4.278 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 4.288 Einwohner, 1981 4.419 und im Jahr 1971 4.696 Einwohner.
Politik
Bürgermeister der Marktgemeinde ist Hannes Eblinger .Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2005 bei insgesamt 25 Sitzen folgende Mandatsverteilung:
SPÖ 16,
ÖVP 9, andere keine Sitze.
Wirtschaft und Infrastruktur
Im Jahr 2001 gab es 115 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten und 84 land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999. Nach der Volkszählung 2001 betrug die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort 1749. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 41,65 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2003 gab es 28 Arbeitslose im Ort.
Sehenswürdigkeiten
* ''Barocke Wallfahrskirche'': von besonderer Bedeutung für die Umgebung ist die auf dem 704 Meter hohen Sonntagberg gelegene weithin sichtbare barocke Wallfahrtskirche. Abt Benedikt I von Seitenstetten ließ im Jahre 1440 neben dem sogenannten Zeichenstein, den die christliche Legende mit wundertätigen Kräften in Verbindung bringt, eine Kapelle, die dem Erlöser (Salvator) geweiht war, im gotischen Stile erbauen. Einige Jahre später - um 1448 - erfolgte der Anbau einer Dreifaltigkeitskapelle. 1490 entstand hier eine spätgotische Kirche. In den Jahren 1706-1732 wurde von
Jakob Prandtauer und
Joseph Munggenast das heutige Gotteshaus erbaut. Hochaltar (1755) und Kanzel (1757) stammen von
Melchior Hefele, die Altarplastiken (1752-56) von
Jakob Schletterer und die Deckenfresken von
Daniel Gran (1738-43). Die 1774-76 von
Franz Xaver Kristoph (1733-1793) gebaute Orgel ist eine der bedeutendsten spätbarocken Orgeln Österreichs. Die Kirche ist der heiligsten Dreifaltigkeit geweiht, ebenso die an die Errettung vor den Türken erinnernde Türkenbrunnenkapelle. Das hier verehrte Gnadenbild aus dem Jahr 1614, der sogenannte Sonntagberger Gnadenstuhl, geht auf mittelalterliche Vorbilder zurück. Eine sehr bekannte Darstellung dieser Art stammt von
Albrecht Dürer. Ab dem 17. Jahrhundert war der Sonntagberg eine der bedeutendsten Wallfahrtsstätten Österreichs, was dazu führte, dass die Darstellung des Gnadenstuhles weit verbreitet wurde und vor allem in Niederösterreich zu den häufigsten und bekanntesten Dreifaltigkeitsdarstellungen gehört. Eine Spezialität dieser Wallfahrt sind die Sonntagberger Fraisensteine (ovale Tafeln aus gebranntem Ton, versehen mit einer reliefartigen Darstellung des Gnadenstuhles), die vor allem im 18. und 19. Jahrhundert ausgegeben wurden und als heilkräftig galten. Im Jahre 1964 wurde der Kirche von Papst
Paul VI. der Titel einer päpstlichen
Basilica minor verliehen.
Bild:Sonntagberg_Basilika_01.jpg|Die BasilikaBild:Sonntagberg_Basilika_02.jpg|Von Waidhofen a. d. Ybbs aus gesehenBild:SonntagbergBasilika.jpg|Innenansicht
Literatur
* Franz Überlacker, ''Sonntagberg. Vom Zeichenstein zur Basilika.'' Sonntagberg 1968
* Erwin Wimmer, ''1000 Jahre Gleiß.'' Gleiß 1973
* Anton Pontesegger, ''Chronik der Marktgemeinde Sonntagberg.'' Sonntagberg 1988.
* Erwin Wimmer, ''Andachtsbilder vom Sonntagberg 1700 - 2000.'' Sonntagberg 2003.
* Hermann Maurer, ''"Sonntagbergsteine" aus dem Waldviertel - Ein Beitrag zu den Schab- und Fraisensteinen vom Sonntagberg.'' Unsere Heimat 78, 2007, S.43ff.