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Marktgemeinde Sonntagberg



Marktgemeinde Sonntagberg

Einwohnerzahl: 4059
(Stand: 2005-12-31)
PLZ: 3331
KFZ: AM
Vorwahl: 07448
Höhe: 712m
Sonntagberg ist eine Marktgemeinde im Bezirk Amstetten in Niederösterreich und ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort.

Geografie



Sonntagberg liegt im Mostviertel in Niederösterreich. 29,11 Prozent der Fläche der Marktgemeinde sind bewaldet.Katastralgemeinden sind Sonntagberg und Böhlerwerk. Weitere Ortschaften sind Hilm, Gleiß, Rosenau am Sonntagberg und Bruckbach.

Geschichte



Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Für kurze Zeit (1923-24) beheimatete Sonntagberg die zwei Jahre vorher in Dresden-Hellerau von Alexander Neill gegründete Summerhill-Schule.

Einwohnerentwicklung



Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 4.278 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 4.288 Einwohner, 1981 4.419 und im Jahr 1971 4.696 Einwohner.

Politik



Bürgermeister der Marktgemeinde ist Hannes Eblinger .Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2005 bei insgesamt 25 Sitzen folgende Mandatsverteilung:SPÖ 16, ÖVP 9, andere keine Sitze.

Wirtschaft und Infrastruktur



Im Jahr 2001 gab es 115 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten und 84 land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999. Nach der Volkszählung 2001 betrug die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort 1749. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 41,65 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2003 gab es 28 Arbeitslose im Ort.

Sehenswürdigkeiten




* ''Barocke Wallfahrskirche'': von besonderer Bedeutung für die Umgebung ist die auf dem 704 Meter hohen Sonntagberg gelegene weithin sichtbare barocke Wallfahrtskirche. Abt Benedikt I von Seitenstetten ließ im Jahre 1440 neben dem sogenannten Zeichenstein, den die christliche Legende mit wundertätigen Kräften in Verbindung bringt, eine Kapelle, die dem Erlöser (Salvator) geweiht war, im gotischen Stile erbauen. Einige Jahre später - um 1448 - erfolgte der Anbau einer Dreifaltigkeitskapelle. 1490 entstand hier eine spätgotische Kirche. In den Jahren 1706-1732 wurde von Jakob Prandtauer und Joseph Munggenast das heutige Gotteshaus erbaut. Hochaltar (1755) und Kanzel (1757) stammen von Melchior Hefele, die Altarplastiken (1752-56) von Jakob Schletterer und die Deckenfresken von Daniel Gran (1738-43). Die 1774-76 von Franz Xaver Kristoph (1733-1793) gebaute Orgel ist eine der bedeutendsten spätbarocken Orgeln Österreichs. Die Kirche ist der heiligsten Dreifaltigkeit geweiht, ebenso die an die Errettung vor den Türken erinnernde Türkenbrunnenkapelle. Das hier verehrte Gnadenbild aus dem Jahr 1614, der sogenannte Sonntagberger Gnadenstuhl, geht auf mittelalterliche Vorbilder zurück. Eine sehr bekannte Darstellung dieser Art stammt von Albrecht Dürer. Ab dem 17. Jahrhundert war der Sonntagberg eine der bedeutendsten Wallfahrtsstätten Österreichs, was dazu führte, dass die Darstellung des Gnadenstuhles weit verbreitet wurde und vor allem in Niederösterreich zu den häufigsten und bekanntesten Dreifaltigkeitsdarstellungen gehört. Eine Spezialität dieser Wallfahrt sind die Sonntagberger Fraisensteine (ovale Tafeln aus gebranntem Ton, versehen mit einer reliefartigen Darstellung des Gnadenstuhles), die vor allem im 18. und 19. Jahrhundert ausgegeben wurden und als heilkräftig galten. Im Jahre 1964 wurde der Kirche von Papst Paul VI. der Titel einer päpstlichen Basilica minor verliehen.Bild:Sonntagberg_Basilika_01.jpg|Die BasilikaBild:Sonntagberg_Basilika_02.jpg|Von Waidhofen a. d. Ybbs aus gesehenBild:SonntagbergBasilika.jpg|Innenansicht

Literatur




* Franz Überlacker, ''Sonntagberg. Vom Zeichenstein zur Basilika.'' Sonntagberg 1968
* Erwin Wimmer, ''1000 Jahre Gleiß.'' Gleiß 1973
* Anton Pontesegger, ''Chronik der Marktgemeinde Sonntagberg.'' Sonntagberg 1988.
* Erwin Wimmer, ''Andachtsbilder vom Sonntagberg 1700 - 2000.'' Sonntagberg 2003.
* Hermann Maurer, ''"Sonntagbergsteine" aus dem Waldviertel - Ein Beitrag zu den Schab- und Fraisensteinen vom Sonntagberg.'' Unsere Heimat 78, 2007, S.43ff.


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