Camping
von Pirron und Knapp
Wir bringen Ihnen jetzt, ob Sie es hör'n woll'n oder nicht, unseren Campingrundreisebericht.
Das Wichtigste beim Camping ist ein erstklassiges Zelt, man braucht einen Tisch, einen Sonnenschirm und auch ein Bett, das sehr gut hält.
Dann braucht man Luftmatratzen, Schlafsäck´, einen Sessel für den Gast und als Österreicher einen rot-weiß-roten Fahnenmast.
Drei, vier Reindl, ein paar Häferl, eine Dose für das Salz, einen Seier für die Nudeln, einen Tiegel für das Schmalz, ein paar Gabeln, Löffel, Messer, eine Kanne für den Tee, zwei, drei Teller und einen Stampfer für das Erdäpfelpüree.
Jetzt können`S wohnen, können`S kochen, aber eins können Sie noch nicht, Ihre Füße waschn, s'Gschia, die Händ und s'Gsicht.
Dazu brauchen'S eine Lawua, am besten nehmen Sie gleich zwei, weil sonst gibt es in der Früh um des Lawua a Streiterei.
Einen Wassersack, den brauchen'S unbedingt, dann wär auch g'scheit ein Kanister als Reserve, falls kein Wasser weit und breit.
Ein Geschirrtuch und ein Badetuch, drei Handtücher, einen Schwamm, einen Waschl für das Gschirr, zwei, drei Stück Seife, einen Kamm.
Etwas Soda, Reibsand, Hautcreme gehört dazu, wenn man campiert, nicht vergessen einen Kübel, mit dem das Wasser ausg´schütt wird.
Und wenn´S das alles haben, sind Sie fertig und fix, nur für eine Reparatur haben'S noch nix.
Dazu brauchen´S eine Nadel, einen Zwirn, eine Schea, einen Draht, etwas Lötzinn, falls ein Reindl irgendwo ein Loch kriegt hat, eine Lötlampe, die brauchen´S, weil sonst wird der Zinn nicht weich, und einen Spiritus, sonst spielt Ihnen die Lampe einen Streich.
Ein Synthetikum zum Picken und zum Binden einen Bast, ein paar Nägel, eine Zange, siebzig Meter Hansaplast.
Auch ein Fleckputzmittel brauchen´S, merken Sie sich diesen Rat, denn sonst seh'n die Leute gleich, was man im Urlaub gegessen hat.
Und als wir beide dann dermaßen ausgerüstet war´n, sind wir mit dem Auto noch Italien gefahrn.
Bis nach Wiener Neustadt war das Fahr´n a Passion, nur das Geschirr, das hat einen Lärm g'macht, und der Reibsand war am Bod'n.
Doch dann kommt der blöde Schranken und der geht auf einmal zua, und wir müssen plötzlich bremsen und des G'schirr kommt zu uns fua.
Auf die Gabeln samma g'sessn und wir konnten uns net drahn, sonst wären die Nudln owegflog'n, die uns am Schoss g´legen san.
Dass der Schranken wieder oben war, haben wir erst gar net erblickt, weil das Hansaplast, das hat die ganze Windschutzscheib´n verpickt.
Und dann war'n wir in Semmering, die Luft war oba mies, weil uns der Spiritus ausgrunna is.
In der Kurve hat der Sonnenschirm sich aufgspannt über'm Bett, die ganzen Nudl'n san am Bod'n gleg´n, nur die Gabeln leider net.
Unsere Fahnenstange hat auf einmal das Gleichgewicht verlorn, drauf ist ein Radlfahrer von der Stangen aufgegabelt word'n.
Doch das hat ihm net vü ausgmocht, hab'n wir später dann erfahrn, weil er wär ja sowieso genau die gleiche Strecke g´fahrn.
Und damit er uns net owe foit, drum haben wir ihn mit'n Draht, an die Stange bund'n, seng´S, es is scho guat, wan ma an hat.
Wir sollten schon in Italien sein nach unserer Uhr, dabei warn wir ned amoi no in Bruck an der Mur.
Und die nächsten Kilometer hab'n sich fürchterlich gezog'n, wia der Reibsand is uns plötzlich ins Getriebe einigflog'n.
Und auch durch den Lärm vom Gschirr san wir net aufmerksam d'rauf wurd'n, dass wir schon seit längerer Zeit an hintern Reifen hab´n verlurn.
Ganz schön langsam hat sich alles aufg´löst, doch zum Glück, hat der Synthetikum wieder alles ganz von selber zusammen gepickt.
Und mit letzter Kraft samma einigfahr´n in Bruck dort an der Mur.
Haben das Klumpert einem Oitwarentandler um an Kilopreis verkauft, weil vom Camping hab'n wir drei für alle Ewigkeit jetzt gnua.
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