2.2 stars - 9 reviews5

Kaffeesieder : Kaffeehausbesitzer


-1

Kaffeesieder

der, -s, --
Kaffeehausbesitzer


Art des Wortes: Substantiv

Kategorien: Arbeitswelt, Amts- und Juristensprache, Humorige Bezeichnungen, Veraltet, Historisch

Erstellt von: Koschutnig am May.2008


Links: Österreichisches Wörterbuch : Kaffeesieder

  


Bewertungen (5)



0
Amtliche Kaffeesieder ?
Laut DUDEN ist "Kaffeesieder österr. amtlich, sonst meist abschätzig für Kaffeehausbesitzer" (Duden Online sagt:
"Gebrauch: österreichisch amtlich,
sonst meist scherzhaft oder abwertend")
was eben die österreichische Wertschätzung für guten Kaffee (= nicht Káffe !) beweist, siehe Ball der Wiener Kaffeesieder - vom Club der Kaffeehausbesitzer -

Die Wiener Kaffeesieder standen einst in heftigem Konkurrenzkampf mit den "Wasserbrennern" - der im gesamten deutschen Sprachraum geläufige Bezeichnung für die Schnapsbrenner:
1714 gab es bereits elf bürgerliche Kaffeesieder (die einen ständigen Kampf mit den bürgerlichen Wasserbrennern führten); am 4. Mai 1714 verlieh Karl VI. den Kaffeesiedern ein Schutzpatent, das Maria Theresia am 5. Jänner 1751 bestätigte.
Quelle: Wien Geschichte WIKI

Die Wasserbrenner-Gewerbe, welche mit der Erzeugung gebrannter Wässer sich beschäftigen, und hievon ihren Namen erhielten, sind seit der Bekanntschaft mit dem Kaffeh [sic!] in den Hintergrund getreten und in Folge der Hofverordnung vom 2. October 1747 mit den Kaffehsiedern vereiniget worden so daß jetzt noch eilf Kaffehsiedergewerbe zu den ehemahls bestandenen Wasserbrenner-Gewerben gezählt werden.
Quelle: Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde, 1 (1835)
Und das ist aus dem Wortlaut der erwähnten Verordnung v. 2.10.1747:
... zu solchem Ende sind Ihre kaiserl. königl. Majestät allermildest gesonnen, keine Hoffreyheit auf das Kaffeesieden, oder Wasserbrennen mehr auszutheilen und wollen anbey, daß, wenn ein bürgerliches Wasserbrennergewerb sich erlediget, ein solches zu Verminderung der Anzahl unersetzt gelassen, indessen aber und von nun an vier der ärmsten Wasserbrenner der offene Kaffeeschank gestattet und so weiters mit diesem Unionswerke fürgegangen werde, daß, wenn zwey Hoffreyheiten erloschen, jedesmal ein bürgerlicher Wasserbrenner in dem Kaffeeschanke nachzurücken habe
Quelle: Supplementum Codicis Austriaci 5. Teil
(1777)

von Koschutnig am May.2008

 
0
Der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer
freut sich bereits auf den 52. Ball der Wiener Kaffeesieder am Freitag, 13. Februar 2009. (unbezahlte Schleichwerbung)
Der Ball der Wiener Kaffeesieder ist wohl die stimmungsvollste Veranstaltung der Wiener Ballsaison.
Das glanzvolle Ambiente und die prickelnde Atmosphäre locken alljährlich rund 5.000 Besucher aus Wien und der ganzen Welt in die Wiener Hofburg.
http://www.kaffeesiederball.at/index2.php
von JoDo am May.2008

 
0
Zweitbedeutung (in Kärnten und Umgebung):
Kaffeemaschine
von JoDo am May.2008

 
0
Beispiel Nr. 4 von heute nach verbücherungsfähig, Finanzprokuratur und zuawebasseln nach zahlreichen früheren.
Dass ein eifriger Mitarbeiter sich nun offenbar der Mühe unterzieht, sämtliche Beispiele der schäbigen Verbannungsuntaten der vergangenen 2 Jahre ans Licht zu zerren, ist erfreulich. Weit über 100 meiner Einträge waren nämlich teils ohne Erklärung, teils mit geradezu grotesker Begründung "verbannt" worden. EasyRiderFive, der hier der Täter war, war ja nicht der einzige, jedoch der eifrigste.
Für die unsichtbar und unzugänglich gewordenen Wörter schuf ich Ersatzeinträge.
Jetzt sind dank dem Admin. die verbannten Originaleinträge mit ihren Kommentaren wieder sichtbar und man findet man sie also neben den Ersatzeinträgen, zu denen in der Zwischenzeit auch etliche Kommentare hinzugekommen waren. Die Kommentare beim Original und beim jeweiligen Ersatzeintrag sind nicht unbedingt identisch.

Nicht völlig durchschaubar sind allerdings die Beurteilungskriterien dieses Mitarbeiters: Warum wertet Sapperlot sowohl den Ersatzeintrag (25.1.17) als auch den Originaleintrag (1.15.217) ab? Mag er die Art der Kaffeezubereitung nicht?
von Koschutnig am 15.Feb.

 


  Anmelden zum Kommentieren






Alooha | Österreichisch | Bairisch | Bayrisches Dialektwörterbuch | Urbanes Wörterbuch | Business Argot | American Slang | Aussie Slang | Sinhala | Ceylon | Jerga Urbana | NLP | Sprachen Lernen | Master | Witze | Emoji DictionaryAGB | Impressum

Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.