5 stars - 25 reviews5

heiklig : heikel, wählerisch, schwer zu...


+25

heiklig

[ haglich, haklich ]
heikel, wählerisch, schwer zu befriedigen


Art des Wortes: Adjektiv

Erstellt von: System am Jul.2003


Ähnlich klingend:            

Links: Österreichisches Wörterbuch : heiklig

  


Bewertungen (11)



0
"heiklig" oder "heiklich"
ist wohl die "offizielle Schreibung".
Der Eintrag "haglich" sieht aus wie ein ganz anderes Wort; mit "behaglich" hat er jedenfalls überhaupt nichts zu tun."haglich" ebenso wie "haklich", jeweils auch ohne -ch oder mit [-ik], sind regionale Aussprachevarianten, wohl auch mit -oa- (vgl. Stein:Stan:Stoan)

Mozart 1784 an seinen Vater:
»Wegen der Sinfonie bin ich nicht heiklich, allein die 4 Concerte bitte ich bey sich im hause abschreiben zu lassen. Denn es ist den Kopisten in Salzburg so wenig zu trauen als den in Wien.«
Quelle: "Der werte Echte", Die ZEIt ONLINE, 19. März 2008
Johann Nestroy: "Der Talisman", (1840):
Titus: "...Sie haben mich so druckt, mit Ihrem Ring, glaub´ ich."
Spund: "Sei nicht so heiklich! Her da an das Vetterherz!" (Umarmt ihn derb.)
Quelle: Nestroy, Der Talisman, Projekt Gutenberg
Abraham a Santa Clara 1688:
"Der Schatz der Jungfrauschaft ist so haiklich als ein Spiegel, der von geringstem Athem verdunkelt wird"
Quelle: Abraham a Santa Clara, Sämtliche Werke (1872), Bd. 3
(Das waren noch Zeiten, was?)

Österr. (+ süddeutsch) ist die 2. Bedeutung "wählerisch" bes. beim Essen.
von Koschutnig am Jul.2010

 
0
korrigiere ich
gerne JoDo
von JoDo am Jul.2010

 
0
DWDS
heikel /Adj./
1. mit größter Vorsicht zu behandeln, bedenklich, delikat:eine h. Frage, Angelegenheit, Aufgabe, Situation; ein h. Thema, Problem, ein h. Auftrag; über eine h. Sache sprechen; der heikelste Punkt der Tagesordnung, des Berichtes; Die staatliche Verwaltung ... ist als eines der heikelsten und schwierigsten Gebiete des menschlichen Daseins überhaupt anzusehen Doderer Strudlhofstiege 731; jetzt begann die Sache h. zu werden; die diplomatischen Besprechungen wurden als h. angesehen; Nun ist es immer heikel, ein fremdes Volk zu deuten Frisch Stiller 322
2. süddt. österr. wählerisch, schwer zu befriedigen:jmd. hat einen h. Geschmack; ein paar Blätter nach Holbein und Dürer, dies und das, was von gewissem Geschmack und heiklerer Wahl zeugte Fussenegger Antlitz 85; empfindlich: was ihr Alter betrifft, war Teta heikel wie jede Frau Werfel Veruntreuter Himmel 85; Wenn du heikel bist/ Schwenke deinen Zinnlöffel in dem Bottich da/ Dann ist er wie ein frischer Brecht Gedichte 33
http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&corpus=1&kompakt=1&sh=1&qu=heikel
von JoDo am Jul.2010

 
0
Ungarisch
In Ungarn nennt man es haklis [haklisch]. Wobei meine Schreibung hier nun nicht unbedingt richtig sein muss...
von pedrito am Apr.2011

 
0
bitte endlich korrigieren: "heiklich" muss es heißen. Wir Österreicher unterscheiden zwischen Adjektiven auf -ig und -ich: wir sagen zwanzig, runzlig [ik], aber graußlich, grässlich, und hier klingt nie [ik], sondern immer [ich]. Daher kann es nur "heiklich" heißen, sonst würden wir ja [heiklik] aussprechen, was wir aber nicht tun.
von chaim am 02.Sep.

 


  Anmelden zum Kommentieren






Alooha | Österreichisch | Bairisch | Bayrisches Dialektwörterbuch | Urbanes Wörterbuch | Business Argot | American Slang | Aussie Slang | Sinhala | Ceylon | Jerga Urbana | NLP | Sprachen Lernen | Master | Witze | Emoji DictionaryAGB | Impressum

Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.