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klieben, gekloben : spalten, gespalten


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klieben, gekloben

[ kliabm, geklo:bm ]
spalten, gespalten


Art des Wortes: Verb

Tags: Tirol Kärnten

Erstellt von: Koschutnig am Jun.2016

Gebrauch: Umgangssprache

Links: Österreichisches Wörterbuch : klieben, gekloben V W

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Bekanntheit

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Das Österr. Wb führt "klieben/gekloben" an: "Holz k. (spalten)"
Das stark konjugierte Verb ("gekloben") ist bes. heimisch in Österreich, während die schwach konjugierte Form ("gekliebt") eher die in Süddeutschland bevorzugte Form ist, sie scheint jedoch bei bemühter Dialektvermeidung auch in Österr. stärkere Bevorzugung finden.
Aus den Bearbeitungsspuren erkennt man, daß es als Ganzes aus einem Fichtenstamm gekloben und dann noch mit dem Beil zugerichtet worden war (Tafel 31, 2). Die aufscheinenden Beilspuren sind flächig und linienförmig
Quelle: Mitteilungen der Prähistorischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1939)
-Und wie des Schleiers Saum den Fels berührte, theilte er sich zu beiden Seiten auseinander — der Felsen hatte sich „gekloben" nach tirolischem Sprachgebrauch, wo man klieben und gekloben statt spalten und gespalten sagt - und das alte Mütterlein konnte nun durch den Riß im Felsen schreiten und alsbald zur Kapelle gelangen. Sobald sie das Wunder kundgethan, nannte das Volk die Wallfahrtkapelle selbst "beim Klobenstein"
Quelle: Johann Nepomuk von Alpenburg, Deutsche Alpensagen (1861)
Kurt Peturnig ist ein Kenner und Könner. Aus Buchenholz entstehen hunderte Scheiben, gekloben für den 23. Juni, den einstigen Sommerbeginn. Denn im julianischen Kalender, da sei die Sonnenwende auf den 23. Juni gefallen, so Peturnig.
Quelle: ORF Kärnten

Vielleicht von Interesse: Auch im Knoblauch ist die starke Perfektform gekloben noch zu finden. Schon im Mittelhochdeutschen war er der 'knobelouch', nachdem das anlautende kl- sehr früh zu kn- geworden war ("dissimiliert" ist das Fachwort hiefür). Der Knoblauch ist also ein 'gespaltener Lauch'.

s.a. Einträge:kliaben und Scheidln gliam
von Koschutnig am Jun.2016

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.