Nummernadel, Nummern-Adel : Besitzer eines prestigeträchtigen...


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Nummernadel, Nummern-Adel

der, -s, keine
Besitzer eines prestigeträchtigen Kfz-Kennzeichens


Art des Wortes: Substantiv

Tags: veraltend historisch

Erstellt von: Koschutnig am 20.Mar.


Links: Österreichisches Wörterbuch : Nummernadel, Nummern-Adel

  


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Die ersten – und daher auch die niedrigsten Registriernummern – wurden an den Hochadel vergeben. Das erste offizielle Verzeichnis der Autonummern hält Vergleichen mit dem Gotha stand: Seine k.u.k. Hoheit Erzherzog Eugen hatte die Nummer A 1, wohnhaft im ersten Wiener Gemeindebezirk am Parkring 8. […] Den beiden Kraftfahrzeugen seiner k.u.k. Hoheit Erzherzog Friedrich waren die Kennzeichen A2 und A3 zugeteilt, A4 seiner k.u.k. Hoheit Erzherzog Franz Ferdinand d’Este, A5 und A6 der königl. Hoheit Ernst August von Cumberland. Das Kennzeichen A 11 war der k.u.k. Hoheit Prinzessin Elisabeth von Windischgrätz zugewiesen, der Tochter von Kronprinz Rudolf, die später als „rote Erzherzogin“ in die Geschichte einging. Damals wurde wohl der Begriff des „ Nummernadels “ geschaffen, der sich bis in die zweite Republik hielt.
Quelle: Oskar Wagner, Geschichte der österr. KFZ-Kennzeichen
Der Einführung der weißen Tafeln war ein langwieriger Streit vorausgegangen. Der damalige Verkehrsminister Rudolf Streicher (SPÖ) und Friedensreich Hundertwasser waren die beiden größten Kontrahenten. Der Künstler vertrat die Meinung, die schwarze Nummerntafel mit weißer Schrift soll als „Visitenkarte der Nation“ erhalten bleiben […]
Der Verkehrsminister argumentierte mit erhöhter Rückstrahlkraft und Lesbarkeit, der Möglichkeit von Wunschkennzeichen und der Abschaffung des Nummernadels .
Quelle: Motorclassic.at
Das langsame Ende der schwarzen Kennzeichen bedeutet auch das Ende des so genannten "Nummernadels " - damit wurden meist ein- bis vierstellige "W"-Nummern bezeichnet. Besonders die ganz niedrigen Nummern seien so gut wie verschwunden, meint Wesiak: "Diese waren hohen politischen Würdenträgern vorbehalten und wurden fast alle schon längst ausgetauscht."
Quelle: Wiener Zeitung,7.11.2003
Als ich noch wuchs, hatten alle Stars spezielle Kennzeichen. […] Je höher der Star hinaufstieg, desto niedriger wurde die Zahlenkombination, der Nummernadel war geboren.
Dieser Begriff kommt nicht von irgendwo, die ersten österreichischen Kfz-Kennzeichen waren fest in kaiserlicher Hand. „A1“ wurde von Erzherzog Eugen, „A2“ und „A3“ von Erzherzog Friedrich und „A4“ von Erzherzog Franz Ferdinand gefahren.
Der Todesstoß kam dann, als es Wunschkennzeichen für alle gab. Die Exklusivität ging verloren
Quelle: Kurier.at 13.08.2013
An diesen sogenannten „Nummernadel “ kann ich mich noch gut erinnern: drei- und vierstellige Kennzeichen bekam nicht jeder. Sehr oft waren mit solchen Kennzeichen hohe Beamte und Politiker unterwegs. Bei Verkehrskontrollen wurde da schon mal ein Auge zugedrückt. Damit war 1990 Schluss
Quelle: Motorclassic.at
Auf den Ministersessel übersiedelte Rudolf Streicher, dessen Amtszeit vor allem mit dem Abschaffen des Nummernadels in Verbindung gebracht wird.
Quelle: Fürböck.at
Nur mehr wenige Wiener Autos mit schwarzen Kennzeichen
Das Ende des Nummernadels
• Nostalgie schwingt nicht nur bei vielen Autos, sondern auch bei den alten schwarzen Kennzeichen mit. Waren sie doch etwas "typisch Österreichisches" und teilweise auch mit Privilegien behaftet - wer eine niedrige "W"-Nummer hatte, durfte sich schließlich zum "Nummernadel " zählen. Heute, knapp 14 Jahre nach der Einführung der damals neuen Nummerntafeln, sind die schwarzen Schilder rar geworden.
Quelle: Wiener Zeitung,7.11.2003
Eine Sonderbeilage von Victor Silberers „Allgemeine Sport-Zeitung“ vom 22. Dezember 1907 weist Erzherzog Eugen mit der Adresse I., Parkring 8 mit dem Kennzeichens „A1“ als Chef des Nummernadels aus. Erzherzog Friedrich musste sich mit A2 und A3 begnügen, A4 parkte vor dem Belvedere, der Adresse von Erzherzog Franz Ferdinand.
Quelle: Fürböck.at

von Koschutnig am 20.Mar.

 


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Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

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Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.