Haslinger : Wachebeamter


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Haslinger

der, -s, -
Wachebeamter


Art des Wortes: Substantiv

Tags: umgangssprachlich veraltet

Erstellt von: Koschutnig am 08.May.


Ähnlich klingend:    

Links: Österreichisches Wörterbuch : Haslinger

  


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Polizisten waren hierzulande einst nicht wie in England mit Gummiknüppeln, sondern mit Haslingern (Haselstöcken) ausgerüstet, und die Bezeichnung des Werkzeugs wurde auf deren Inhaber übertragen ("pars pro toto"):
Vor der Tür "Zum Hirschen", an Laternenstange hängend, kreischte ein Haslinger. Es ist der Polizeispitzel Sepp Jataceck, wie erwähnt, ein Haslinger, ein Polizeischerge …

Die Haslinger, wie die Polizisten genannt wurden, waren nicht sonderlich gemocht, eher verhasst bei unseren Bürgern in der Stadt. Mit einem Stock, einer Rute von der Haselstaude, deshalb Haslinger genannt, droschen sie auf alles ein, was nicht staatskonform war.
Quelle: Roman Ludwig Lukitsch, „Johann von Horwarth, der österreichische Nicht-Österreicher“ (2014)
Und wann m'r Ihner anmal bei uns drin hab'n – brauchen S' Ihner net umschaun, wia's do der Haslinger gnädi hat.«[…]
Dem Wachmann mochten angesichts solcher Frechheit und Verruchtheit doch Bedenken darüber aufsteigen, ob es geraten sei, diesen gefährlichen Burschen durch einen Akt der Autorität zu einem unversöhnlichen Feind zu machen
Quelle: Karl Adolph, "Haus Nummer 37" (1908)
»Solang es noch Feldwebel und Haslinger gibt, die sich über meinen Bart ärgern, so lange kommt kein Rasiermesser über mich.«
»Es wird jetzt bald eine andre Luft wehen und ein neuer Geist einziehen in unser gutes altes Österreich!« sagte Beywald mit leuchtenden Augen
Quelle: Emil Ertl, "Freiheit die ich meine" (1925)

von Koschutnig am 08.May.

 


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