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simlieren : nachdenken, ständig über etwas...


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simlieren

nachdenken, ständig über etwas nachdenken müssen,


Art des Wortes: Verb

Kategorien: Zwischenmenschliches, Gemütszustände, Befindlichkeiten, Veraltet, Historisch

Tags: weinviertlerisch

Erstellt von: Hoerersdorf am 12.Oct.

Links: Österreichisches Wörterbuch : simlieren

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Bekanntheit

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Bewertungen (2)



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Gelebter Humor "uff saarlännisch"
Brill und Schu haben die Sympathien des Publikums schnell gewonnen. Ihre Ausflüge in die Tiefen des Dialekts ergänzen und komplettieren ihre Vorstellung. Geradezu linguistischen Wert hat Gertruds Antwort "Loss meich moll simlieren" (Lass mich mal überlegen) auf Marlenes Frage, ob sie sich noch an den Namen des eigenen Mannes erinnern kann.
von Parge Lenis am 12.Oct.

 
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Und aus dem südlichen Burgenland (wo die Grammatikregeln in der Mundart nicht gelten):
Jo, Jo, d' Wölt hout sih draht, simliert der Nähnl weiter, däis gsiaht ma am bestn ba die jungan Leut.
[...]
Daweil er sou simliert und studiert, hört der Teufls Zaohnd auf van Wehtuan, ohni daß er's woahrnimmt.
Quelle: Hans Neubauer, Mia Heanznleut (1962)

.
Allerdings fand man das Wort auch anderswo, bei Westpreußen z.B. (Oskar Loerke) und in Schlesien (Gerhart Hauptmann)
von Koschutnig am 13.Oct.

 
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Bei "simlieren" handelt es sich um eine (früher) weit verbreitete Vermengung von sinnieren und simulieren. Mein Duden-Fremdwörterbuch sagt dazu unter „simulieren“:
2.) ugs. für: nachsinnen, grübeln.

Der lateinisch gebildete Pfarrer Joseph Misson aus NÖ schreibt daher - folgerichtig, wie er meint -, auch in der Mundart-Wiedergabe:
VI.
Wia 'n Nazn a Wöder dawischt
und er sih nöd aus und nöd ein woaß [...]
Stöcklbab liegt ihm in Kopf, und Biasenreith liegt ihm in Herzen.
Simulirt hin und simulirt her, woaß nöd was er thoan soll.—
Bald geht er aschling, bald geht er fürschling — kimmt halt nöd weiter.
Quelle: 1850 Joseph Misson, "Da Naz". A niederösterreichischer Baurnbui, geht in d´Fremd, (Wien 1850)

Auch der Brandenburger Theodor Fontane kehrt zur originalen Schreibung „simulieren“ zurück:
Denn die, die Not leiden, wollen vor allem aus ihrer Not und ihrem Elend heraus und sinnen und simulieren bloß, wie das zu machen sei.
Quelle: Theodor Fontane, "Stine" (1890)
Bei Gerhart Hauptmann hingegen dürfte wohl bereits der erste Verleger den Apostroph eingefügt haben:
SCHLUCK Nu Teifel! doa luß mich amoal sim'lieren
Quelle: Gerhart Hauptmann, Sämtliche Werke (1996)

von Koschutnig am 13.Oct.

 


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Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.