1.7 stars - 3 reviews5

bachen : backen


-1

bachen

[ påxn, på.hn ]
backen


Art des Wortes: Verb

Erstellt von: Koschutnig am 11.Mar.

Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)

Gebrauch: Dialekt

Ähnlich klingend:                    

Links: Österreichisches Wörterbuch : bachen V W

Dieser Eintrag ist noch nicht Teil des Wörterbuches.

  


Bekanntheit

Ab zehn Bewertungen erstellen wir eine Karte Österreichs mit der Bekanntheit des Wortes. Du kannst Dir aber die aktuelle Karte ansehen.

Bewertungen (3)



0
Im Grimm’schen Wörterbuch zu „backen“:
ahd. pachan, mhd. bachen [...]
bei älteren süddeutschen schriftstellern immer bachen, und noch heute so in Schwaben, Baiern, Östreich;
erst
LUTHER setzte backen durch, das so unhochdeutsch scheint, als macken, sacken für machen, sachen wäre
Quelle: Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, Lfg. 5 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1065
Dieses „bachen“ ist mundartlich in Österreich noch sehr lebendig ( s. deshalb auch Eintrag bochn), z.B.
dem chrischtele im nochhinein olls guate zam giburtstog
hot dei lota dir eh a turtn gibochn ...?
Quelle: Villacher Net
Oder weihnachtlich:
Endlich auf Nocht, jeder is fertig gwessn
San olle, beim Tisch zomm gsessn
Homb gessn, lauter guate Sochn
Wurst und Kas, Kekslan selba gebochn
Quelle: Maria Lerchbaumer, “Am Hl. Obnd vor 39 Joahr“. Tresdorf.at
Die meisten gedruckten Belege sind allerdings historisch, z.B.:
Der Müller, als ein Erzgeizhals, redete sich aus, er müsse erst bachen, und habe nur noch den letzten Laib Brod im Hause, er könnte ihm also dießmal nicht helfen; worauf sein Bruder zu ihm sagte: ich habe ja gehört, du habest erst gestern gebachen, worauf er ihn mit sehr harten und rauhen Worten anfuhr und sich hoch verschwor, er habe nicht gebachen, und wenn er mehr Brod im Hause hätte, als dieß im Tischladen, so sollten die Würmer ihn sammt dem Brode fressen.
Quelle: Beschreibung von der großen Theurung in Wien (1803)
Möcht’ wer eine Lebersuppe bereiten? So fängt’s an:
Man nimmt eine Kalbsleber, paniert sie ein in Mehl, Semmelbresel und Eierklar, salzt sie nicht, bacht sie aus dem Schmalz heraus, bacht noch blätterte (blättrig geschnittene) Semmeln und schlägt ein, zwei ganze Eier in das Schmalz und bacht sie heraus...
Quelle: Henriette Povse, Das Kochbuch der Familie Schratt. Kulinarische Geschichten aus Baden (1844/2012)
Die reguläre österr. Aussprache des -a- war dabei stets das heut mundartliche [å]:
Quelle: Johann Georg Mayr, Feldreserln. Eine Sammlung von Gesängen, Schnadahüpfln und Sprüch'ln in ob der ennsischer Mundart (1855)

von Koschutnig am 11.Mar.

 
0
Da gibt's so viele Leute, die Müller, Schmied, Schuster, Schneider, Gartner heißen und so wenige mit dem Familiennamen Bäcker. Wenn aber backen früher "bachen" geheißen hat, ob da nicht etliche der vielen Bacher und Pacher ihren Namen doch nicht vom Wohnen an einem Bach herhaben, wie man immer liest, sondern vom Bachen als Arbeit?
von Dekubitus am 12.Mar.

 


  Anmelden zum Kommentieren






Links: RusswurmAGB | Impressum

Das österreichische Wörterbuch stellt eine Sammlung von österreichischen Wörtern dar um die Unterschiede des österreichischen Deutsch am Leben zu halten.

Derzeit sind über 1300 Wörter ins Wörterbuch aufgenommen wobei es weit mehr eingetragene Wörter gibt.

Die Ursprünge des Wörterbuches entstanden vor etwa 15 Jahren als ich von Österreich nach Deutschland gezogen bin und mehr mit hochdeutsch sprechenden Menschen zu tun hatte.

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.