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Kaspel

der, -s,
[ Koschpl ]

Küchenabfälle und Speisereste zur Schweinefütterung


Wortart: Substantiv
Erstellt von: albertusmagnus
Erstellt am: 01.12.2009
Bekanntheit: 67%  
Bewertungen: 2 0

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Kommentare (3)


Hier passt der Querverweis
http://www.ostarrichi.org/begriff-12573-at-Koschpltaxi.html
eska 02.12.2009


„Kaspel“ statt „Kaschpel“ und „Koschpel“ statt „Kaschpl“ waren bereits Schritte weg vom Dialekt, aber auch Stufen der Ahnungslosigkeit, denn wer ahnt, dass das Wort auf eine Kombi zweier nicht mehr erkennbarer Wörter zurückgeht, deren erstes überhaupt aus der dt. Sprache entschwunden ist und nur in Dialektspuren überlebt hat, obwohl es im ganzen Sprachgebiet verbreitet war? Drei Buchstaben nur hatte es, und der 3. war ein [r] - das Kar war ein „gefäsz, geschirr mancherlei art“ (Grimm DWB).
Das „spl“ der Kaspel/Kaschpl aber, das kennen wir doch von „spülen“ und der „Spüle“: karspuole war, was aus den [b] karn[b], küchengefäszen und schüsseln gespült wird;
mit verlornem r war’s dann die Kaschpl bes. im Steirischen und in Kärnten.
Allerdings: Ab Nov. 2006 ist die Verfütterung von Küchenabfällen und Speiseresten an Schweine nicht mehr erlaubt.
Lanquart 24.08.2019


Aus „Grätz“ vor fast 2 Jh.::
Dabei vermeide man alles hitzige Futter, so wie auch solches, welches schon in die faule Gährung übergegangen ist, Kaspel oder Kaschpel, und reiche ihnen dafür Getränke mit Sauerteigwasser oder Molken, in welche man etwas Hafermehl
source: Hülfverfahren gegen den Rothlauf der Schweine. Verhandlungen und Aufsätze der k.k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Steiermark, NF, 9. Bd.,
Grätz 1839


Noch weit früher aber - 1695! - predigte Pater Amando, „Capuciner-Ordens Prediger der Steyerischen Provintz“:

wurdet ihr nit sagen: Pfuy/ der Teuffel freß ein solche Alla patrida: in die Kaspel für die Schwein darmit.
source: Seelen-Wayde Der Christlichen Schäfflein. Das ist Ordinari Predigen Auff alle Sonn- und Feyer-Täg, Clagenfurt 1695

Dekubitus 25.08.2019





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Der Scrum Master Freie Presse News Jerga Urbana