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Bi͟erhạnsel

der, -s, -

zersetzte Bierreste


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Umgangssprache
Kategorie: Essen und Trinken
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 11.01.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 90%  
Bewertungen: 2 3

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Kommentare (1)


1. Der „Bierhansel“ besteht aus mehr oder weniger abgestandenen, schalen, in Zersetzung befindlichen, meistens bereits verdorbenen, sehr häufig mit ekelhaften Substanzen vermengten Bierresten.
2. Zufolge dieser Zusammensetzung ist der „Bierhansel“ geeignet, an sich oder als Zumischung zu frischem Bier Unbehagen, Verdauungsstörungen und selbst schwere Gesundheitsschädigungen hervorzurufen; er ist daher schlechtweg für gesundheitsschädlich zu erklären.
3. Die Vermischung von Bier mit „Bierhansel“ ist als eine grobe, ekelhafte, gefährliche, gesundheitsschädliche Verfälschung und Verunreinigung eines der ausgebreitetsten und wichtigsten Genussmittel zu bezeichnen.
4. Gegen diese Verfälschung und Verunreinigung ist mit aller Strenge vorzugehen.
source: Verordnungsblatt des K. K. Justizministeriums, Bd. 10 (1894)


Der Wiener Biergeschmack scheint allerdings universeller geworden zu sein - der Bierhansl hat überlebt:
[biahansl]
Bierhansl, der
Bedeutung: Biersatz, im Glas stehengelassener Bierrest
Beispielsatz: "Der Drangla sauft aa no den Biahaansl aus!"
source: Wienerisch am Handy
Immerhin meint Christine Nöstlinger dazu:
Bierhansl hat man das abgestandene Bier genannt. Die Reste, die beim Zapfen vom Schaum entstehen. Da gab's Männer, die trugen ein Blechhäferl an einer Kette um den Hals und in das ließen sie sich von den Wirten den Bierhansl einfüllen. Heute trinkt selbst der ärmste Mindestsicherungsbezieher keinen Bierhansl mehr.
source: Falter.at
Ob die Erkenntnisse des K.k. Obersten Sanitätsrates dazu beigetragen haben?

s.a. Hansl und Hansel
.
Koschutnig 11.01.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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