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Raggl, Rakl

die, -, -(n)
[ raggl, råkl ]

Zaunstange


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Dialekt
Tags: Kärnten,Nockgebiet
Kategorie: Technische Begriffe
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 01.02.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 40%  
Bewertungen: 2 3

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Tratten, Wege und Felder waren zumeist von Ringzäunen eingefasst. Paarweise in die Erde gerammte Stecken waren durch Holzringe verbunden, auf die immerzu lange Spelten ... oder Raggl, dünne, nicht gespaltene Stämmchen, gelegt wurden, bis der Zaun die gewünschte Höhe erreicht hat.
source: Matthias Maierbrugger, Bauernbrauch im Kärntner Nockgebiet (1974)
Beim Zäunen brauchte man bis zu dreierlei Holz: die „Zaunsteckn", die „Zaunrantn" oder „-speltn" und die „Zaunring". Für die „Zaunsteckn" verwendete man möglichst lärchenes Astholz; sie wurden angespitzt und paarweise in den Boden gerammt. Zwischen die „Zaunsteckn" legte man entweder Stangenholz („Raggl, „Råntn") oder Spaltholz („Speltn"), im südlichen Kärnten vielfach auch Flecklinge („Schwartling") aus Fichte.
source: Oskar Moser, Das Bauernhaus und seine landschaftliche und historische Entwicklung in Kärnten, Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, Band 73 (1974)

Zur Aussprache a oder å?
H-D Pohl nennt im Kleinen Kärntner Wörterbuch (2. Aufl. 2007) "Råkl f. Stange mit Astresten; Holzbrett für den Zaun" . Andererseits schreibt Oskar Moser zwar „Råntn". doch unmittelbar vorher „Raggl" ohne das diakritische Zeichen über dem A. Das helle [a] könnte auf eine Verkleinerungsform hindeuten, wogegen allerdings das laut Pohl feminine Genus spricht. Anderswo führt Pohl das Wort dann auf eine Entlehnung aus dem Slowenischen zurück:
Råkl »Holzstange« (ViB): slow. rakla »Pfahl«
source: Dieter Pohl, Slawische (slowenische) Lehnwörter im Kärntnerischen. Windische Akademie.at

Koschutnig 01.02.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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