Thema: Neues Wort gehört, wer kennt das?

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Neues Wort gehört, wer kennt das?
21.09.2019 von User45825B26

Nierscherl oder ähnlich ?

Satz war "liegt wia a Hund hund im Nierscherl"

22.09.2019 von Koschutnig

Dazu gibt's 2 Worteinträge:
* Wort:22174:Nürscherl, Nirscherl, Nurscherl = (Trink-, Fress- oder Ess-) Napf v. 30.12.2014
* Wort:6583:Nürscherl, Nirscherl, Nurscherl = Bett (scherzhaft) v. 23.8.2006

Zu Letzterem findet man dort als Beispiel:
» „Tschickerl, Serwas“, sagte Huxtl, ... „sag' m'r nur, alter Schwasser, wia kummst denn du daher? - hab' glaubt, du schnarchst in dein Nürscherl daham?“
Karl Adolph, „Haus Nummer 37“ (1908), S. 303: http://tinyurl.com/ln4wu8g«

Und dazu als Kommentar:
»Nicht grad ein Beispiel aus jüngster Zeit, doch es könnte sein, dass die Bedeutung "Bett" ihren Ausgang in einer früheren scherzhaften Übertragung der in noch älteren Quellen zu findenden Bedeutung "(Ess- oder Trink-)Napf" s. Nurscherl_Nirscherl, der Verkleinerung von [wort:2929 Nursch], genommen hat.«

02.10.2019 von daJoglvodaOim

Servas!

Hab das noch nie gehört...
Wollte eigentlich selbst mal einen Eintrag machen, wie das auf ostarrichi.org geht, bleibt mir ein Rätsel..
Deswegen schreib ich mal hier herein.

Mir gehen ein paar wichtige Ausdrücke aus meiner Heimat hier im Wörterbuch ab, uns das wären z.B.
> a Potznjanka (jemand, der sich beim Essen häufig anpatzt)
> a Tränzbatterl (vgl. Batterl im Wörterbuch, für Babys bzw. Potznjanka bei der Nahrungsaufnahme)
> a Hoaglzipf (eine Person, die sehr heikel (hoagli) beim Essen ist)

Habidere!

04.10.2019 von Koschutnig


Tränzbatterl, Potznjanka, Hoaglzipf
Für dein Tränzbatterl - vgl. Eintrag Barterl - da findest du was bei den Einträgen Trentschbarterl und Trenzbarterl

Für die beiden andern Wörter, da versuch, eine dem Standarddeutschen angenäherte Schreibung zu finden, denn bei so vielen Dialektvarianten in Österreich braucht es eine Form, die möglichst vielen verständlich ist, und trag die doch selber ein: ‚Batzenjanker, Patzenjanker’ etwa und (analog zu Stoan/ Stan/Stein oder Hoamat/Hamat/Heimat) ‚Heikelzipf’ (mit Aussprache 'hoagl...'), falls der Heikelzipf überhaupt spez. österr. sein sollte. Den hab ich nämlich 2x in Postings an die FAZ gefunden, z.B. „Ein Heikelzipf ist einer von denen, die den Spruch provoziert haben- man kann nie so gut kochen, wie manche Leute essen können – Sylter Gastronom“ .
Zum Patzenjanker:
Da entspricht die Bedeutung, die du meinst, nicht jener in den Funden aus Vgh. und Gegenwart:
Im "Scherz-, Schmäh-, Spott-ABC" aus Döbling z.B. (https://tinyurl.com/y4nqcbm3): Patzenjanker - sich patzig machender Dummkopf - 'patzig sein' aber ist nicht gleich 'sich anpatzen'!
Der Patzenjanker ist demzufolge ein angeberischer Patzenlippel , siehe auch den Text "Die Fiaker in Wien" von 1844:
Fremder(ungeduldig). ... Sie wollen haben der Gütigkeit su explisir.
Kerzentunker Jogl (zum Blunzenhiesel). No so explizir ihms. Du bist ja der Explizirthomerl, der all's besser waß als ein Anderer. Du Patzenjanker.
...
Fremder. ..Sie wollen mir nit sagen den Adresse....
Kerzent. Weil der Patzenlippel nöt lesen kann. Gengans her da.(Er besieht die Adresse..)


Im selben Band eines Wiener Volkssängers aus der Mitte des 19. Jh. findet man als dummen Kerl aber auch den „Batzenjanker “ mit B- !
(J.B. Moser, "Das Wiener Volksleben in komischen Szenen 7": https://tinyurl.com/y5eg5vzc) ]

Ich hoffe, das nützt.
LG
K.


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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