Thema: Aussage eines Kellners in Wien: "Mahlzeit"

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Aussage eines Kellners in Wien: "Mahlzeit"
22.03.2006 von

Aussage eines Kellners in Wien: "Mahlzeit"
22.03.2006 von System1

Soll das ins Wörterbuch?

in D würde man doch wohl in einem guten Restaurant eher ein "Guten Appetit" als ein - im deutschen Sprachgebrauch - eher ordinäres "Mahlzeit" zu hören bekommen.

Soll ich das nun eintragen ?
gruß
flo

Re: Aussage eines Kellners in Wien: "Mahlzeit"
22.03.2006 von Russi

Ja, finde ich gut. Ist doch recht typisch eine "Mahlzeit" zu wünschen und keinen "Guten Appetit".

23.03.2006 von System1

ok, ist eingetragen.

Mahlzeit!
30.06.2006 von JoDo

Stammt sicher aus einer vergangenen Zeit, als der Hausherr und sein Gesinde zum Essen sich an einem gemeinsamen Tisch versammelten und der Patron die Mittagspause eben mit dem Befehl "Mahlzeit" eröffnete.

...bedeutet schon auch Guten Appetit, aber nicht nur, sondern auch: lass es dir gut gehen, entspann dich, fühl dich wohl...

Persönlich verwende ich beide Begriffe gleichwertig ohne Präferenz.

Frage an die Deutschen: Wie ist das mit dem Begriff "Auszeit"? Natürlich hört man den bei uns neuerdings auch immer öfter und er ist ja an sich verständlich, mir aber trotzdem fremd. Ist das hier nicht genauso, wie bei der "Mahlzeit" nur umgekehrt?

10.01.2007 von wuppl

ist im beamtendeutsch auch eine begrüßung

bis 10 uhr gilt gutenmorgen
10-15 uhr mahlzeit
ab 15 uhr wiederschaun

In der Kantine
11.01.2007 von Russi

Ist mir in letzter Zeit auch in der Kantine (hier in Bayern) aufgefallen, dass die Kassiererin nicht "Guten Tag" oder ähnliches sagt sondern einfach nur "Mahlzeit". Und zwar noch bevor ich esse oder bezahlt habe

Und das mit der Begrüssung kann ich halb bestätigen. Wenn man um die Mittagszeit im Büro herumläuft, hört man das pausenlos. Allerdings auch wenn man sich bereits gesehen hat. Ist damit eigentlich keine Begrüssung sondern das Wünschen (einer kommenden oder gehabten) guten Mahlzeit.

Mahlzeit
11.01.2007 von JoDo

ist im beamtendeutsch auch eine begrüßung

bis 10 uhr gilt gutenmorgen
10-15 uhr mahlzeit
ab 15 uhr wiederschaun

ab Montag 10 Uhr: Schönes Wochenende!

11.01.2007 von HeleneT

>Soll ich das nun eintragen ?

Logo!

Mahlzeit ist so österreichisch wie in Berlin "moin" für Guten Morgen! zu jeder Tages- und Nachtzeit!

14.04.2007 von bessawissa

Wenn mich in einem Bürohochhaus (Versicherungen sind da extrem) jemand, der zu mir in den Aufzug (!!!) steigt, mit "Mahlzeit" belästigt, antworte ich, unabhängig von der Uhrzeit, gerade noch höflich, aber abweisend mit "Guten Tag, ich habe schon gegessen!"
Diese degenerierte Pseudo-Grußform ist eine der dümmsten Angewohnheiten, wo gibt.

29.04.2007 von System1

Wenn mich in einem Bürohochhaus (Versicherungen sind da extrem) jemand, der zu mir in den Aufzug (!!!) steigt, mit "Mahlzeit" belästigt, antworte ich, unabhängig von der Uhrzeit, gerade noch höflich, aber abweisend mit "Guten Tag, ich habe schon gegessen!"
Diese degenerierte Pseudo-Grußform ist eine der dümmsten Angewohnheiten, wo gibt.

Verstehe Deine Abneigung. Ich mag diese Begrüßungsformel ebenfalls nicht, auch nicht bei Tisch (ungeachtet JoDos Theorie), wo es ja offensichtlich ist, dass jetzt "Mahlzeit" ist.
Wobei mir auch das Grauen kommt, bessawissa, ist übrigens die Wendung "wo gibt"…

29.04.2007 von bessawissa


Wobei mir auch das Grauen kommt, bessawissa, ist übrigens die Wendung "wo gibt"…


Sire, geben Sie Gedankenfreiheit. Muß im restlichen Leben als Lektor eh immer so brav sein. Und grad hier, wo es im zum Teil im recht tiefen und deftigen Dialekt ganz schön zur Sache geht, bitte ich, auch in diesem Fall, der mir - um es zuzugeben - nicht leicht gefallen ist, alle Fünfe grad sein zu lassen.

04.05.2007 von System1


Wobei mir auch das Grauen kommt, bessawissa, ist übrigens die Wendung "wo gibt"…


mir auch, und wie

04.05.2007 von bessawissa

Nun, solange Euch nur das Grauen kommt, kann ich damit leben. Wenn das allerdings schlimmer wird und sich gar zum Grausen mausert, dann werde ich mir langsam Gewissensbisse machen, hurkhurk.

03.06.2007 von System1

Nun, solange Euch nur das Grauen kommt, kann ich damit leben. Wenn das allerdings schlimmer wird und sich gar zum Grausen mausert, dann werde ich mir langsam Gewissensbisse machen, hurkhurk.

Im von Suppiluliuma verwendeten Zusammenhang stimmt sowohl "das Grauen" als auch "das Grausen"*.
Also haben wir alle Recht. Wie schön !

*Quelle: Österr. Wörterbuch, 38. Auflage (ÖBV-Pädagogischer Verlag Wien)

Sperrung?
22.08.2015 von Unterlaa

Mir fällt jetzt auf, dass statt des bisher in Wien üblichen "Sperre der ....straße, Sperre der Grenze usw. " in den Medien immer öfter "Sperrung" verwendet wird.

Liegt das am Privat-TV-Deutsch?

Die ABsperrung
23.08.2015 von Koschutnig

dürfte der Auslöser für die "Sperrung" sein, denn eine "Absperre" gibt's ja (noch) nicht. Offenbar ist die "Sperrung" allerdings hierzulande (aber auch in süddt. Nachbarschaft) auch auf anderem Gebiet üblicher als sonst im Deutschen:
Duden online: "(süddeutsch, österreichisch) Schließung, Stilllegung (eines Betriebs o. Ä.)"

Mahlzeit
05.05.2016 von Standard

Die Kurzform „Mahlzeit!“ für veraltet "Gesegnete Mahlzeit!" ist deutschländisches und österreichisches Standarddeutsch und bedeutet gmd. (Standard in at, ch und de) "Guten Appetit!".


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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