Thema: Redewendungen (englisch: Idioms)

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Redewendungen (englisch: Idioms)
09.12.2007 von Josef

Redewendungen (englisch: Idioms)
09.12.2007 von Josef

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob das Folgende hier in diese Kategorie gehört, aber eine besser passende hab ich nicht gefunden.

[u:ogvsln1j]Idiomatik[/u:ogvsln1j]

Im Englischunterricht in der Schule war es immer besonders wichtig, dass man sich neben den Vokabeln und der Grammatik auch die „idioms“ einprägte, also bestimmte Redewendungen, die so und nicht anders zu lauten haben. Man legte uns nahe, immer daran zu denken, dass Englisch eben eine „idiomatische Sprache“ sei. Ob dieser Ausdruck ein sprachwissenschaftlich gebräuchlicher Fachausdruck ist, das weiß ich nicht, ich behalte ihn aber einmal bei.

Das Bairische (ich kann hier nur für Oberbayern sprechen) ist ebenfalls eine in hohem Maß idiomatische Sprache. Es gibt bestimmte Redewendungen, die man auf keinen Fall Wort für Wort ins Hochdeutsche übersetzen kann. Umgekehrt kann man auch einen hochdeutschen Text nicht ohne weiteres Wort für Wort ins Bairische übertragen – man muß die „idioms“ kennen!

Was mich sehr (bairisch „nàrrisch“) interessiert: Sind unsere „idioms“ in Bayern dieselben wie in Österreich? Es gibt natürlich (fast!) unendlich viele, doch ich führe jetzt einfach einmal fünf davon vor. Die hochdeutsche(n) Übersetzung(en) dahinter in Klammern. Der Schrägstrich heißt immer so viel wie „oder“.

- Do wannsdma ned gàngst! (Hör mir bloß auf damit! / Damit könntest du mich jagen!)
- …und dees ned wia! (Frag nicht, wie sehr! / Und das nicht zu knapp!) *)
- Auf und auf (Von oben bis unten (z.B. voll Dreck))
- Tua di ned ab! / Tua di ned obi! (Gräme dich nicht! / Mach dich nicht verrückt!)
- Hod leicht sei kenna! (Nicht der Rede wert (z.B. nach einem „Danke!“))

Es würde mich sehr (nàrrisch) freuen, wenn ich erfahren könnte, ob diese Redewendungen in den verschiedenen Regionaldialekten in Österreich genauso, anders oder gar nicht gebräuchlich sind.

Ich sag schon einmal dankschön!

Josef

*) Dazu ein Zitat aus "De oidn Rittersleit" von Karl Valentin: "Gsuffa hams, und dees ned wia, aus de Eimer Wein und Bier!"

Sagt mir nichts
10.12.2007 von Russi

Also für mich wären alle fünf unbekannt. Könnte zwar ungefähr den Sinn erraten würde aber alle 5 als in meiner Umgebung nicht verständlich beurteilen (Mostviertel in Österreich).

Gruß Russi

Versuch (wienerische) Entsprechungen zu finden:
10.12.2007 von JoDo

• Do wannsdma ned gàngst! (Hör mir bloß auf damit! / Damit könntest du mich jagen!) - Gee hearma(r)auf! (Geh, höre mir auf!)
• …und dees ned wia! (Frag nicht, wie sehr! / Und das nicht zu knapp!) *) - Owara wia! (Aber wie!) z.B.: ... do hod´s gschewad, owara wia!
• Auf und auf (Von oben bis unten (z.B. voll Dreck)) - iwa und iwa (über und über, auch hochdeutsch!)
• Tua di ned ab! / Tua di ned obi! (Gräme dich nicht! / Mach dich nicht verrückt!) - (entfernt): greeng de ned! (kränke dich nicht)
• Hod leicht sei kenna! (Nicht der Rede wert (z.B. nach einem „Danke!“)) - (weit entfernt): owa jå, baast scho! (aber ja, paßt schon)


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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