Thema: Haxe

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Haxe
01.04.2008 von Weibi

Haxe
01.04.2008 von Weibi

Hallo an alle,
wollte den Eintrag "Klachelsuppe" bewerten, die man in Kärnten auch kennt. Als ich dann unter Klachel suchte, fand in einerseits als Übersetzung "Fuss" und andererseits auch "Bein". In meinem Kochbuch steht Schweinshaxe für Klachl.
Wer kann mir sagen, was Haxe nun ist, Fuss oder Bein oder Bein mit Fuss, ist es Unter- oder Oberbein (Schenkel)? Keine Ahnung.

Für Aufklärung wäre ich dankbar,
Weibi

Re: Haxe
02.04.2008 von JoDo

Hallo Weibi!

Wenn man sich die diversen Rezeptseiten anschaut, dann geht´s drunter und drüber, aber:
Die Eintragungen in "ostarrichi" für Klach(e)l beziehen sich fast ausschließlich auf den Fuß oder gar die Zehen:

http://[wort:1990:at]
http://[wort:2171:at]
http://[wort:4755:at]
http://[wort:13695:at]

Generell ist hier die österreichische Auffassung: Fuß = Bein mitschuldig an der Verwirrung.

VlG
JoDo

Re: Haxe
10.04.2008 von Weibi

Hallo JoDo,

hab noch ein wenig nachgeforscht und bin in einem anderen Kochbuch auf folgendes gestossen:

Steirische Klacheln sind im Gegensatz zu einem weitvertreitetem Irrglauben keineswegs Schweinshaxeln, auch wenn letztere den zweifellos attraktivsten Bestandteil der Klachelsuppe darstellen. Das 1903 erschienene Standardwerk “Steirischer Wortschatz” lehrt uns nälich ganz Gegenteiliges. “Klacheln” bedeutet soviel wie “baumeln, schlenkern und klappern”, unter “Klachel” wiederum versteht man einen Glockenschwengel, einen plumpen Menschen oder einen Lumpen. Der langen Rede kurzer Sinn: Eine “abgeklachelte Supp’n” ist eine versprudelte Suppe mit viel kleingeschnittenem Fleisch von Schweinskopf und –fuss, vor allem aber mit dem unerlässlichen – separat servierten – Heidensterz.
Quelle: "Die gute Küche" von Plachutta-Wagner.

Daraufhin folgt ein Rezept, in dem als Zutat "Schweinsstelze" angegeben wird. Womit ich wieder am Anfang stehe, mit der Haxe und der Stelze bzw. Fuss/Bein. Vielleicht ist die Stelze ja auch nur eine modernisierte Version des Rezepts.
Bin auch in deine Links grade hineingehüpft (wobei der Text dieses meines Post verloren ging, dies ist eine Wiederholung, ich hoffe, jetzt is nix doppelt). Demnach wäre die Übersetzung für den Eintrag Klachel falsch (weil weitverbreiteter Irrglauben, siehe oben).
Was meinst du?
Kann noch jemand zu klacheln/Klachel was besteuern? Könnte ich eine Bestätigung für Obiges bekommen, würde ich es so eintragen.

lG, Weibi

Re: Haxe
11.04.2008 von JoDo

Hallo Weibi!

• Super Recherche
• Hier muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich die "richtige" Klachelsuppe aus eigener Anschauung (Anschmeckung) gar nicht kenne.
• Mit Deiner Herleitung klacheln = sprudeln hast überhaupt den Bock abgeschossen, weil so erklären sich von selbst auch die noch so verschiedenen Zubereitungen.
• Kann aber schon sein, dass das einmal ein "Armeleuteessen" war und die Klaue eher verwendet wurde als die Stelze.
"Schmeckt mir nicht", hat einer geschrieben
http://oewb.retti.info/oewb-public/show.cgi?lexnr=...\Ug/zOFns8azNoC6grsdy0MgTyBIGSGO2acA==&pgm_stat=show
"Heute koche ich eine Klachlsuppe. Magst du die?" "Ich bin nicht heikel." "Das darf man auch nicht sein bei einer Klachlsuppe", lacht der Maler und holt zwei große Knochen aus dem Topf.
HAAS, Wolf (1997): Der Knochenmann. Reinbeck bei Hamburg.
http://oewb.retti.info/oewb-public/show.cgi?lexnr=...

vlG JoDo


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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