Thema: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen' im Dialekt?

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Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen' im Dialekt?
23.09.2008 von

Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen' im Dialekt?
23.09.2008 von System1

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Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen' im Dialekt (Land, Ort)?

eine Katze (Gemeindeutsch, also Standard at, ch, de)
eine Mieze (Umgangssprache)

a Katzerl (Dialekt, at)

ès Busy, äs Büsy (Dialekt, ch, Ostschweiz)
ès Bbüüssy (Dialekt, ch, Berndeutsch)
è Gghatz (Dialekt, ch, Basel)
è Bbuussa (Dialekt, ch, Simmental)

è Kats, è Kat, è Kèts (Dialekt, de, Rhein)
a Katzal, a Katzerl, a Katzl (Dialekt, de, Bayern)
katzln (Dialekt, de, Bayern) = Junge gebären (bei Katzen)
äyne Katz (Dialekt, de, Pfalz)

è Kháts, è Khòts (Dialekt, fr, Lothringen)
è Khatz (Dialekt, fr, Elsass)

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Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen') im Dialekt?
24.09.2008 von JoDo

die Katze (D) - de Kååds (Wien&...)
das Kätzchen (D) - ´s Kaadsal (Wien&...)

Auch in Verwendung: Mudsikadsi (von Miezekätzchen), Mudsimudsimudsi (Lockruf)

Wien
24.09.2008 von Brezi

Ich sag's im praktischen Sprachgebrauch weniger gedehnt als JoDo (komm ja auch aus einem weniger vornehmen Bezirk )

Katze: Kåtz
Kätzchen: Katzerl
Koseform: Miezikatzi; Lockruf: miezmiezmiez

Das wird ja noch sehr umfangreich, wenn es schon in Wien so viele Versionen gibt.

Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen') im Dialekt?
24.09.2008 von JoDo

Das Gwiax mit der phonetischen Schreibung:

Brezi meint
weniger gedehnt
Dazu sage ich: Am liebsten hätte ich ja auch maximal 1 1/2 å geschrieben,
nur wie?
Aber ein någgader Vokal allein ist eindeutig zuwenig,
(sonst nähert sich die "kåtz" asymptotisch dem "kotz")
also vielleicht zwischen 1,25 und 1,33 å

Brezi meint
... komm ja auch aus einem weniger vornehmen Bezirk ...
Dazu sage ich: Seit es (in Wien) keine Dialekte, sondern fast nur mehr Soziolekte gibt, ist der Bezirk des Sprechers nicht mehr ausschlaggebend für dessen Aussprache.

Brezis Transskription
Katze: Kåtz
Kätzchen: Katzerl
Koseform: Miezikatzi; Lockruf: miezmiezmiez
ist stark an der Schriftsprache orientiert, meine Beispiele an der Phonetik (mit der erwähnten Einschränkung, dass das gar nicht sooo leicht geht). Speziell die deutliche Darstellung der Aufweichung der Verschlusslaute (Plosive) p, t, k zu b(b), d(d), g(g/k), wie auch "zett/t-zett" zu dzz/ds sind mir ein Anliegen.

Unterm Strich sind die Unterschiede zwar vorhanden, aber die offenkundigen, deutlich sichtbaren, weil schriftlichen, haben mit den tatsächlich gesprochenen gar nicht so viel zu tun.

Ich hoffe, ...
24.09.2008 von Brezi

Ich hoffe, der Humor in meiner Anmerkung war ohne fremde Hilfe zu erkennen. Man weiß ja: der Leser sieht nur, was der Schreiber geschrieben hat und nicht, was er gedacht hat. Eineinhalb å. I koarl mi å. (oder o?). Ich glaube das Wienerische sollte nicht in lateinischen Buchstaben geschrieben werden. Sonst bräuchten wir entweder 2 Kisten diakritische Zeichen à 60 Stück. Die Altkirchenslawen [1] haben sich auch ein eigenes Alfabet geleistet. Also dann bitte einmal die grafisch Begabten vortreten und neue Buchstaben für uns erfinden. Selbst die Langenscheidt'sche schrift kennt nur 4 Längenquantitäten: kurz (unbezeichnet), etwas gelängt bis halblang (hochtestellter Punkt), dreiviertellang = (:) und lang (etwa doppelt so lang wie das Kurze) = :. Ein Dialekt, der so viel Charakter hat, dass für die Darstellung der Längenverhältnisse Dezimalbrüche notwendig sind, sollte sich auch bei der Schrift etwas trauen.

JoDo, vor den Vorhang!!! Ich glaube, du hast ein neues Zeitalter eingeläutet und die Amerikaner, die wirklich glauben, 26 Buchstaben beschreiben eine Sprache vollständig, widerlegt.

Das mit dem Soziolekt und der geografischen undifferenziertheit stimmt natürlich. Ich war sehr erstaunt, einen persischen Taxifahrer sagen zu hören, dass er die Wiener Bezirke am Dialekt erkennt. Döblinger spricht anders als Favoritner. Dann kam ich drauf: Döblinger spricht nach Schreibe, Favoritner nicht. Dass kenn ich auch auseinander.

Dann vergesst meinen Abschwiff schnell wieder und liefert viele, viele regionaltypische Katzen und Junge!

Brezi

Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen') im Dialekt?
24.09.2008 von JoDo

Du Brezi!

Bersisches Dagsifara nix wissen! Du wenn wollen ich Dir vorstellen "Brigitte" aus DÖBLING, aber aus der sogenannten KRIM (so wie die Halbinsel am Schwarzen Meer - und das mit Absicht!), die was reden weder nach Schreibe oda sonsdwas, sondern nach Schnabel, der gewagsen ganz nadürlich.

Ansonsten - auch um den unausweichlich bevorstehenden - Koalitionsverhandlungen vorzugreifen, finde ich Deine Ausführungen wie immer brill-i-ant und freue mich schon auf ein fortgesetztes Klingenwetzen.

Dein JoDo

Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen') im Dialekt?
25.09.2008 von Weibi

In Vorarlberg: Kitte-Katt bzw. Kitte-Kättle.

lG, Weibi

Ich danke euch allen für die interessanten Beiträge
30.09.2008 von System1

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Ich danke euch allen für die interessanten Beiträge.

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Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen' im Dialekt?
13.09.2009 von dabertl

ausser den schon genannten hätte ich noch FLOHZEGA anzubieten.

lg
bertl

und dann gäbs da auch noch:
02.11.2009 von windfrau

gehts noch oder is schon einsendeschluß vorbei?
falls es noch geht:

flohbeidl (flohbeutel)
(gelesen in den komarek-krimis)

und jetzt wieder unliterarisch, dafür volkssprech in OÖ:
d´muuz
s´schnurrl
und (besonders pfiffig:) da koda und d´kädrin (der kater und die katerin)
(öfter noch: d´käd(a)rin, das a also fast ganz verschluckt)

liebe grüße, die windfrau
(miau, sagt meine kädrin gerade zur tastatur herauf. also wirds schon stimmen. wenn ich sie übrigens miezi nenne, hört sies nicht einmal.. ..)

Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen' im Dialekt?
08.03.2010 von Castor

Ja, seltsam! In OÖ kann man dem Koda (auch: Kodl) und der Kodarin" begegnen. Das dürfte im Mühlviertel gebräuchlich sein. Im Salzkammergut begegnete mir in Kindertagen manchmal eine Minki.

Re: Ich hoffe, ...
08.03.2010 von Castor

...

JoDo, vor den Vorhang!!! Ich glaube, du hast ein neues Zeitalter eingeläutet und die Amerikaner, die wirklich glauben, 26 Buchstaben beschreiben eine Sprache vollständig, widerlegt.

...

Für Englisch braucht man nicht mehr Buchstaben, denn das wird ohnehin nicht ausgesprochen, wie es geschrieben wird - außer vielleicht in Schottland.

Falls man für den Dialekt eigene Buchstaben einführt, kann man ja welche erfinden, die mehr aussagen, sonst muss man sich zu viele merken. Man kann etwa einen Querstrich in variabler Höhe verwenden, aus der sich die Länge ergibt.

Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen' im Dialekt?
23.06.2012 von System1

Raum Schärding, OÖ:
Die Katze ist das "Mutzi" und wenn sie geworfen hat, hat sie "kloane Mutzerl kriagt". Geschlechter wurden in meiner Kindheit bei uns nicht extra unterschieden, der Kater ist aber meines Wissens "da Koda".
Und wenn man mit den Hendlknochen außigeht, schreit man "Muuuuuuuuuuuuuuuuutzimutzimutzi!", und alle kommen angelaufen!

Herzlichen Dank für eure interessanten Beiträge.
05.07.2012 von System1

Herzlichen Dank für eure interessanten Beiträge.

Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen' im Dialekt?
05.07.2012 von Hoerersdorf

Im Weinviertel wird die weibliche Katze auch oft noch "Käterin" (Aussprache: Kädarin) genannt.

Re: Wie nennt ihr 'die Katze' und 'das Kätzchen') im Dialekt?
01.11.2012 von System1

die Katze (D) - de Kååds (Wien&...)
das Kätzchen (D) - ´s Kaadsal (Wien&...)

Auch in Verwendung: Mudsikadsi (von Miezekätzchen), Mudsimudsimudsi (Lockruf)



Kaadsal (wienerisch) bedeutet kleine Katze

a Kotz (wienerisch): eine Katze (Aussprache: Kootz)
a Koda (wienerisch): ein Kater (Aussprache: Kooda)
a Kaadsal (wienerisch): eine Babykatze (Aussprache: Kaazal)

Mudsikadsi bzw Mietzekatze erklärt man Kindern, die gerade sprechen lernen, wenn man eine Katze, egal ob es sich um eine Katze, Kater oder Babykatze handelt.


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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