Thema: Gatte

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Gatte
20.02.2009 von Halawachl

Gatte
20.02.2009 von Halawachl

Habe vor ein paar Tagen den Eintrag Schneuzgatte (Taschentuch) gemacht. Und Klaser wirft die Frage auf: Woher kommt (offenbar) in textilen Zusammenhängen wie Gattehosen, Untergatte usw die ,,Gatte"?? Habe eine Menge gegoogelt, aber eigentlich nichts von Interesse gefunden. Gibt's etwa in einer anderen Sprache irgendeine Textilbezeichnung, die damit zusammenhängen könnte?
Die Behauptung, die auch unter einem anderen Ostarrichi-Eintrag gemacht wurde, die Untergatte sei die ,,Unterhose des Gatten", scheint mir doch eher unwahrscheinlich. Wer hat eine bessere Theorie?Hlw

Re: Gatte
21.02.2009 von Koschutnig

Zum Eintrag "Untergatte" von System
schreibt Avenarius:

falsche etymologie = volksetymologie [ von avenarius am 2008-04-03 00:40:05 ]
die untergatte kommt von keinerlei gatten, sondern aus dem ungarischen. "gatya" heißt im ungarischen "hose".
http://[wort:1096:at]

Die Aussprache auch im Dialekt mit hellem [a] würde ansonsten darauf schließen lassen, dass da - wär's ein altes deutsches Wort - einst ein [au] gewesen war (vgl. Baum -> [ba:m],
Durch diese Entwicklung des mhd. Diphthongs [ou/au] in den bairischen Maa. sind dort die mhd. [a] dann ja zu [å ] verschoben worden, damit keine Lücke im Lautsystem auftritt ("Reihenschritte"-Prinzip von Anton Pfalz, WP).

Ein mhd. [ei/ai] (wie Stein ->[šta:n]) ließe sich - wär's wirklich ein altes deutsches Wort - allerdings ausschließen, denn sonst wär's bei Nicht-Wienern und Nicht-Kärntnern [goate]; [ei ->oa] war die bair. Ma.-Entwicklung. Das [a] in Stein, klein ... kommt ja woanders her.

K..

Re: Gatte
22.02.2009 von JoDo

Schaut´s her, was ich da gefunden habe:
Eigentlich ganz was anderes, aber, sei´s drum.
Gatche:
rundes Loch im Segeltuch oder in der Persenning zum Befestigen oder Durchstecken von Tauwerk, z.B. zum Reffen.

http://www.modellskipper.de/Archive/Maritimes/Doku...
Ob das - speziell in Bezug auf das Schneuztuch - hier von Belang ist?

Re: Gatte
23.02.2009 von Koschutnig

Ich frag mich ja auch, was das für Leute sind, die sich in die Unterhose schnäuzen*können. Akrobaten?

Aber sich durch ein rundes Loch im Tuch zu schnäuzen*, hat wohl denselben Effekt, wie wenn man die Finger an den Nasenflügel drückt und bläst. Sieht aber sicherlich manierlicher aus.

K

* Schauderbar, dieses RS-Umlernenmüssen!

Re: Gatte
25.02.2009 von wuppl

jedenfalls bleibt, so man sich durch das loch im tuch schneuzt, keinerlei organischer rest in der rotzbremse (dem schnäuzer, auch schnauzer oder oberlippenbart geheißen)

ich tendiere jedenfalls doch eher zu der ungarischen ableitung, auch wenn ich kein akrobat bin.

ableiten ließe sich eventuell auch noch, dass die schneizgattn eventuell aus dem selben dünnen tuch gemacht war, wie eine untergattn. weil so ein schneuzquadrat aus einem sakkostoff wär vermutlich unpraktisch....

lg
wuppl

Re: Gatte
23.03.2009 von System1

..oder so ist das Schneuzquadrat/Gatte nur eine Reinkarnation der Untergatte. A bissl moderna: recykling.
Ist ja nicht ganz unbekannt, dass richtig eingeschnuddelte Stoffe gut saugen, also als Schneuztuch hervorragen geeignet sein müssten.

Re: Gatte
30.06.2009 von formica

also die "Gatche" im Segeln hat wirklich nix mit der "Untergadla" zu tun. dieses "Loch" dient wirklich nur zum Reffen (= Verkleinern) des Segels: dort fädelt man die Reffbändsel (die "Banderl") durch, damit das verkleinerte Segel auch g'scheit hält.
Ahoi!

Re: Gatte
28.08.2009 von Knabbernossi

Lange Unterhosen heißen auf Jiddisch Gattkes.


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

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Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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