Thema: Doppel-Reflexivum

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Doppel-Reflexivum
25.01.2006 von bakunin

Doppel-Reflexivum
25.01.2006 von bakunin

Man sollte nicht vergessen, zu erwähnen, daß (wenigstens im gepflegten Schrift-Dialekt) reflexive Verben durchaus auch doppelt reflexiv werden können:

"Scha(u)men's Ihnen sich!"

ist eine Aufforderung, die man jenen zurufen möchte, die ihren Ehrgeiz dareinsetzen, nicht zu reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, sondern wie ihnen der Schnabel wuchs.

bakunin

26.01.2006 von kannlesen87

ich würde sagen:
"Schauman sie sich!"

Doppel-Reflexivum
27.06.2006 von JoDo

Habe gehört, daß das Doppel-Reflexiv von einer wörtlichen Übersetzung aus dem Tschechischen herrührt. (Als Behmen noch bei Est´reich wor)

Kann das jemand bestätigen?

Glaube ich eher nicht
03.05.2007 von Brezi

Richtig und unbestritten ist, dass in dieser Zeit viele deutsche Verben, die im Tschechischen reflexiv sind, im Deutschen aber nicht, falsch übersetzt wurden:

z. B. dostat se / gelangen > "sich gelangen"
oder hemžit se / wimmeln > "sich wimmeln"

möglicherweise kommt von damals auch die heute gebräuchliche Form "sich spielen" ('jdu si hrát' = ich gehe (ein bisschen) spielen)

Konstruktionen wie "To sis přála", "Das hast du dir gewünscht" (zu einer weiblichen Person gesagt, bei Männern ohne -a), sind keine Doppelreflexiva, sondern das 'sis' ist eine Zusammenziehung von "To si jsi přála".

Nun gibt es die Reflexivpronomina auch im Slawischen paarig, in einer betonten und einer enklitischen Form (ähnl. wie frz. moi/me oder ital. te/ti)
Ob aus diesen Wortpaaren im Tschechischen umgangssprachlich zweifach reflexive Konstruktionen gebildet werden (die mir auf jeden Fall unkorrekt scheinen), also 'myje se sebe' für 'er/sie wäscht sich', ist mir nicht bekannt. Ich frage aber einmal in der Kollegenschaft unter den zahlreichen "Natives" nach. Du hörst wieder von mir bzw. findest diesen Beitrag irgendwann einmal aktualisiert vor.

Bis dahin glaube ich, dass Merz'/Qualtingers berühmte Polizisten "Dora, melden Sie sich Ihnen", ihrer eigenen und keiner eingeschleppten Kreativität erlegen sind.


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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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