Thema: Was ist ein Pfister?

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Was ist ein Pfister?
26.12.2011 von Koschutnig

Was ist ein Pfister?
26.12.2011 von Koschutnig

"Wenn .. die Rinder Kühe plötzlich mit hochgestelltem Schwanz blindlings dahinrannten, um das lästige Ungeziefer abzuwimmeln, kostete es mich als Pfister sehr viel Lauferei und Schweiß, um die Viecher noch vor den gefährlichen Stellen zu erreichen", schreibt Johann Kaufmann im "Sommer auf der Alm" in Karl Bauer (hg.): "Bauernleben", S 104, http://tinyurl.com/dytzwdu

Als Elfjähriger (!) erhielt der Vorarlberger Kaufmann 1935 aufgrund der finanziellen Bedürftigkeit seiner Familie eine Sommerschulbefreiung und arbeitete den Sommer über als „Pfister" auf einer Alm.

Hingegen: "Der untere Gaden war mit schönen Gewölben, Zimmern und Stuben für den Pfister ( Bäcker) sowie einem Bad und Stallungen versehen." bei Georg Grüll: "Der Bauer im Lande ob der Enns am Ausgang des 16. Jahrhunderts", S. 231 - http://tinyurl.com/c8hq6t6

"Pfister" für den Bäcker war schon im 9. Jh. (ahd. 'phistor') aus mittellatein. 'pistor' = Klosterbäcker entlehnt worden und im Mittelalter im Bair.-Österr. und im südalemann. Raum, bes. in der Schweiz - dort teilweise bis ins 17./18. Jh. -, vorherrschend.

Re: Was ist ein Pfister?
27.12.2011 von JoDo

Die Erstbedeutung von Pfister - Bäcker steht sogar in der Wikipedia.

Die andere Bedeutung - Almarbeiter (so ungefähr) habe ich hier gefunden:

Während der Almzeit sind Altbauer und ‐bäuerin, ein bezahlter Helfer, ein so genannter Pfister 12 sowie ein Enkelkind des/der Altbauern/‐bäuerin ständig auf der Alm und bewirtschaften diese.

(12) Als Pfister bezeichnet man in dieser Region einen Jungen (meist aus dem Kreis der Verwandtschaft bzw. Bekanntschaft), der den Sommer über auf der Alm gegen ein kleines Entgelt mithilft.

http://tinyurl.com/ck4quxc
http://uibk.academia.edu/ChristophKirchengast/Pape...

Dialektausdruck aus Vorarlberg (at)
16.03.2012 von System1

Die Erstbedeutung von Pfister - Bäcker steht sogar in der Wikipedia.

Die andere Bedeutung - Almarbeiter (so ungefähr) habe ich hier gefunden:

Während der Almzeit sind Altbauer und ‐bäuerin, ein bezahlter Helfer, ein so genannter Pfister 12 sowie ein Enkelkind des/der Altbauern/‐bäuerin ständig auf der Alm und bewirtschaften diese.

(12) Als Pfister bezeichnet man in dieser Region einen Jungen (meist aus dem Kreis der Verwandtschaft bzw. Bekanntschaft), der den Sommer über auf der Alm gegen ein kleines Entgelt mithilft.

http://tinyurl.com/ck4quxc
http://uibk.academia.edu/ChristophKirchengast/Pape...


Also ein Dialektausdruck aus Vorarlberg (at), nicht österreichisches Standarddeutsch.

Re: Was ist ein Pfister?
22.03.2012 von Weibi

Unter diesem Link habe ich auch "Pistor" für Bäcker gefunden:

http://www.bielski.de/html/berufe.html#buch_P

Schön ist weiter unten auch das Wort "Proxeneta" für Zwischenhändler! Heute wird damit ein Zuhälter/pimp/chulo bezeichnet, aber die sind immerhin auch (überflüssige) Zwischenhändler.

Re: PISTOR
11.04.2012 von Koschutnig

Das ist Latein.
http://www.albertmartin.de/latein/?q=pistor


Du musst dich nicht so anstrengen. Das hab ich selbst schon genauer geschrieben:

"Pfister" für den Bäcker war schon im 9. Jh. (ahd. 'phistor') aus mittellatein. 'pistor' = Klosterbäcker entlehnt worden und im Mittelalter im Bair.-Österr. und im südalemann. Raum, bes. in der Schweiz - dort teilweise bis ins 17./18. Jh. -, vorherrschend. (26.12.2011)


JoDos Antwort jedoch enthält genau das, was ich eigentlich wissen wollte, nämlich, was ein Pfister in der angeführten Voralberger Vita ist und was er tut. Die Herleitung von lat. "pistor" (= Bäcker) ist klar, doch ein 11-Jähriger, der auf einer Alm Brot backen muss? Das erschien mir doch zu unwahrscheinlich.

Pistor > Pfister: Da hat sich also im Bregenzer Wald der Bäcker zum Almhelfer gewandelt. Kurios!

Re: Was ist ein Pfister?
25.11.2012 von Meli

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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