Dein Österreichisches Wörterbuch

pfnausen

keuchen


Erstellt am: 03.01.2008

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 2 | 0

Kommentar am 04.01.2008
..pfnausn... " Oarma Stausl, muaßt scha wieda sou viel pfnausn " Nachzulesen bei Peter Rosegger in Waldheimat. " Die Geschichte vom Stausl mit den sieben Krankheiten "

Kommentar am 28.06.2017
Ein lautmalerisches Wort fürs Schnauben und wohl auch Keuchen, das in deutschsprachigen Regionen in mancherlei Variationen existiert und in der angegebenen Form selbst im österr. Standard zu finden war:

Herr Schulleiter Josef Schwanda berichtet mittels Fragebogen, dass er um 1h 35 m [...] im wachen Zustande im Bette liegend ein Zittern mit gleichzeitig hörbarem Donnerrollen verspürte, dem ein pfeifendes Pfnausen folgte. Das Dröhnen sammt dem Pfnausen währte 5 – 8 s.
Sitzungsberichte der K .k. Akademie der Wissenschaften. Math.- Naturwiss. Klasse, Bd. 108 (1899):http://tinyurl.com/ycaw54r5
Jupiter. [...] Also Geduld und Stille - ich mache eine Pausen - Da kann sich ein jeder noch schneutzen, räuspern und pfnausen
Carl Meisl, „Die Entführung der Prinzessin Europa oder: So geht es im Olymp zu!“ In „Theatralisches Quodlibet“ (1820):http://tinyurl.com/ybbyr3oz
Es war eine traurige Hochzeitsreise. Kein trauliches Geschnäbel, kein süßes Tändeln, kein zärtliche Gekose, wie es eine schöne junge Frau nach der Brautnacht mit Recht erwarten kann, verkürzte die Fahrt, - ein kurzes Murren, Brummen und Grunzen, abwechselnd mit Pfnausen und Schnarchen, war das melodische Quintett, mit welchem der Greisler seine Flitterwochen begrüßte.
Carl Haffner, "Die schöne Richterstochter von Atzgersdorf"(1871):http://tinyurl.com/yapzg6f5
Als Neckheim draußen war, konnte ich mich nicht enthalten, mich auch auf der Zugposaune zu versuchen, ich brachte aber nichts hervor als ein Pfauchen und Pfnausen und irgendwo in der Mitte des Instruments kollerte es. So gab ich es auf
Bohuslav Kokoschka Logbuch des B. K. (1919/1972):http://tinyurl.com/y7vkmn6z
Sechster Herr (zu Hiob, der mit ausgebreiteten Armen vorne liegt): Der Tod, der mit dem Weib So recht aufs Kreuz dich traf, Reißt nun kein Höllenloch mehr auf mit Pfnausen und Kuranzen.
Oskar Kokoschka, „Hiob“. In „Vier Dramen“ (1919):http://tinyurl.com/y7l54989
Anm.: Zu Oskar Kokoschkas „Kuranzen“: kuranzen, koranzen ist veraltet gemeindeutsch ugs. und findet man z.B. bei bei Ludwig Schandein (Gedichte in Westricher Mundart, 1854): „Je meh' sei' Mamme ihn koranzt, je meh' ah dut se sich's verderwe,“ oder noch bei Hermann Hesse („Unterm Rad“): „wie ihn der Meister, das Luder, hat kuranzen wollen“ oder bei Wilhelm Raabe („Das Odfeld“): „Wart' ich werde euch kuranzen, ihr Kannibalen!“, aber auch altertümelnd bei Hugo v. Hofmannsthal („Der Rosenkavalier“): „Tät dich kuranzen!“

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

pfnausen






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.