Dein Österreichisches Wörterbuch

grindig

schmutzig, angedreckt


Art des Eintrag: Adjektiv

Kategorie: Zwischenmenschliches

Erstellt am: 06.12.2002

Bekanntheit: 33%

Beurteilung: 5 | 1

Kommentar am 29.01.2007
grindig kommt von Grind einer Schicht auf dem Kopf, vor allem bei Kleinkindern, den man übrigens mit Öl leicht entfernen kann. Dieser Grind tritt auch auf, wenn man sich die Haare nicht pflegt, vor allem nicht kämmt.

Kommentar am 02.02.2007
Das Wort Grind bezeichnet * in vielen Regionen Deutschlands die verkrustete Bedeckung einer Wunde, die aus geronnenem Blut, Wundsekret und Gewebsflüssigkeit besteht. Ein anderes Wort für Grind ist Schorf.
* in manchen Regionen Österreichs und Bayerns im übertragenen Sinn auch Schmutz oder besonders ekelhaftes Äußeres (Adjektiv grindig), bis hin zur Verwendung als Schimpfwort, vergleichbar mit Scheiße.
* im Alemannischen und Schweizerdeutschen eine abfällige Bezeichnung für den Kopf (Kurzform von Grindkopf = grindiger Kopf), auch verschliffen zu Gring.
* eine schwarze, sehr zähe Masse, die in Pfeifen durch das Rauchen entsteht. Hierbei ist auch die Bezeichnung Schlick oder Schmand gebräuchlich.
* Pimmelgrind, siehe Smegma.
[http://de.wikipedia.org/wiki/Grind]

Kommentar am 02.02.2007
Grindflechte, oder Impetigo contagiosa ist eine hochinfektiöse bakterielle Hautinfektion, die hauptsächlich bei Kindern sowie Neugeborenen auftritt und deren Symptome besonders stark im Bereich des Gesichts und der Extremitäten zu sehen sind. Synonym werden die Begriffe Impetigo vulgaris, auch „Grindblasen“, „Grindflechte“, „Borkenflechte“ oder „Schleppe“ verwendet.
[http://de.wikipedia.org/wiki/Grindflechte]
[http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/impetigo_grind.htm]

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grindig






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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