Dein Österreichisches Wörterbuch

Kraner , der

herumziehender Händler, Hausierer


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt, Veraltet, Historisch

Erstellt am: 23.04.2008

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 1 | 0

Kleine Werbeeinschaltung

Psychologie Studieren in Österreich!

Die optimale Vorbereitung für den Psychologie-Aufnahmetest findest du auf www.ACT-ACT-ACT.com. Nicht lange warten, sondern loslernen und Psychologie studieren!


Kommentar am 27.07.2013
Ist der "Kraner"-Händler nun eine n-Variante des Kramers, ein Hör- oder gar nur ein Tippfehler, eine r-Methatese (Laut-Umsprung) zum Karrner - oder eppa ganz (et)was anderes?? - Ja, und es waren nicht irgendwelche „herumziehenden Händler, Hausierer", sondern eigentlich die etlichen Hunderte von Wanderhändlern aus der deutschen Sprachinsel Gottschee im Herzogtum Krain, und diese „Krainer" wurden zu „Kranern“. Klar, gab es auch andere Hausierer, die ebenfalls bald als „Gottscheberer“ oder „Kraner“ bezeichnet wurden. Nicht jeder Hausierer mit dem typischen Bauchkorb, der auch dem Glücksspiel nicht abgeneigt war („grad oder ungrad?“), stammte also aus dem Gottscheerland!
Viel Interessantes und auch Erstaunliches über die echten „Kraner“ mit ihrer urtümlichen Mundart, denen schon im 15. Jh. zur Linderung der Not nach den Türkenkriegen ein Hausierpatent verliehen worden war, hier ab S. 5: [http://tinyurl.com/oqzmgvv]
und eine knappe Darstellung ist auch im Austria-Forum [http://tinyurl.com/o5djebz]

Das Wesentliche des „Kraner“-Daseins aber ist im „Kraner-Lied“ zusammengefasst:
„Geah, Bäurin, is denn gar neamd z’Haus,
jetz warn de Kraner da,
gehts her und suachts enk eppas aus
von deras guaten War“
...
„jetz pack ma wieda z’samm.
Und aufs Jahr kemma ma wieda her,
ja, wann ma‘s Lebm no habm“.


Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

Kraner






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.