Dein Österreichisches Wörterbuch

grablad, grawlat

dämmrig, dämmern, es wird schon hell, es kommt der Morgengrauen


Kategorie: Arbeitswelt, Natur, Veraltet, Historisch, Zeitangaben

Erstellt am: 02.07.2011

Bekanntheit: 33.3333%

Beurteilung: 2 | 3

Kommentar am 02.07.2011
Bespiele: Gema ham, es groblt scho. Gehen wir nach Hause, es kommt schon der Morgengrauen. Es wird scho groblat. Es dämmert schon. Wia i gestern ham kuma bin, hot's scho groböd. Es hat schon die Morgendämmerung eingesetzt, als ich nach Hause gekommen bin.

Kommentar am 02.09.2011
grablad: Weinviertler Dialektlexikon und Bezirksblätter gefunden in derselben Schreibweise in den Bezirksblättern Mistelbach/Gänserndorf/Hollabrunn/Korneuburg in Ausgabe vom 31. August 2011 - Rubrik "Weinviertlerisch" und auch im"Weinviertler Dialektwörterbuch" ISBN-Nr.3-902111-06-2. Beides in derselben Schreibweise. Warum dann ein (!) Klagenfurter seine schlechte Bewertung mit "Weg damit : Schreibung ist völlig unüblich bzw. falsch" abgibt, ist meiner Meinung nach sehr unüberlegt und vor allem nicht fair!

Kommentar am 02.09.2011
Ein zweiter Klagenfurter - und zwar kein Pseudo-Klagenfurter - hat schon vorher verlauten lassen, dass er den Eintrag nicht beurteilen könne (Quali 0), da er das nicht kennt (= 50%) - das war ich.
Klar, es ist Versuch einer Mundart-Schreibung, doch gibt's dafür eine Standard-Orthographie?

Kommentar am 02.09.2011
Ist aber interessant: Wir haben hier in ´ostarrichi´ eine Reihe von ähnlichen Einträgen:
krab
grab
und eben diesen hier.
Ob das aber von grau oder Grab herzuleiten ist entzieht sich meiner Kenntnis.

Kommentar am 03.09.2011
Ähnlich: grawlat Hier gibt es ein grawlat:

Amål liacht amål grawlat, amål ringk amål schwar,
immat war i schon z'friedn, wånn a Sternle wo war.
(Aus: Is a Latar zan Himml von Stimpfl/Kraxner)
( ringk)

Dürfte aus Kärnten sein, ist so nicht im Wörterbuch eingetragen.

Laut Kärntischem Wörterbuch:
graw'ln, grawilan: in's Graue übergehen;
grauwez'n, grawezn: dämmern (morgens)

Wobei mich die Erklärung "in's Graue übergehen" aber ein bisschen wundert, ich kenne graw'ln eher in der Bedeutung "schimmeln, schimmlig sein".

Soll aber nicht heissen, dass grablad falsch ist. Wenn es in Kärnten ein grawlat gibt, kann es im Weinviertel trotzdem ein grablad geben.


Kommentar am 04.09.2011
grau /graw/grab: germanisch *'grewa', althochdeutsch 'grấo, Plural 'grấwe'
Da "w" häufig bilabial (wie im Englischen) als [w] gesprochen wird und auch leicht zu [b] wird (vgl. Löwenberg>*Lebmberg>Lemberg), sind die Einträge "grawlat" und "grablad" leicht erklärbar. Die Buchstaben b,d,g sind im Auslaut ja immer stimmlose [p,t,k], auch in der deutschen Hochlautung!

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

grablad, grawlat






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.