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Kobeswurm, Kobiswurm , der, -s, Umlaut -(er)

Raupe des Kohlweißlings


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Natur

Erstellt am: 18.08.2015

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 0 | 1

Kommentar am 18.08.2015
Wie aus lat. caulis der "Kohl" entstand, ist aus dem caputium für die Kopfkohl-Art auch eine Anzahl regionaler Bezeichnungen entstanden: Kappes (bes. im Rheinlan und im Ruhrgebiet), Kaps, Kappus, Kabis, Kobis, Kobes. Die schädliche Raupe des Kohlweißling aber ist von biologischen Unbedarften zum „Wurm“ gemacht worden, als „Krautwurm“ scheint sie heutzutage allerdings weit seltener geworden zu sein als die Zahl der Personen mit diesem Familiennamen in D und USA.

von schuarsch am 26.07.2006: Kobeswurm - Kraut-Ungeziefer
Villacher.net:http://www.villacher.net/weatabuach/wbuach.asp?pageno=177&buchstabe=alle
"Mongwosser als Schutz vor die Kobeswürm" […] Der im alpenländischen Raum verehrte Schutzpatron und Nothelfer gegen Mäuse, Raupen und Engerling-Plagen wurde angerufen, um die Krautpflanzen vor dem gefürchteten Krautwurm zu verschonen und in Folge auf eine gute Ernte im Herbst hoffen zu dürfen. […]Die Verehrung des Hl. Magnus geht in Tirol bis ins Mittelalter zurück.
Gemeindezeitung Roppen/Tirol:http://tinyurl.com/q4orslf
Seit dem 14. Jahrhundert ist bei fast jedem Bauernhof ein Krautgarten nachgewiesen. Gegen Kobiswürmer half „Ignatiuswasser". Ignatius wird am 31. Juli gefeiert.
Bewahrte Volkskultur. Südtiroler Landesmuseen 2004:http://tinyurl.com/qz6qcqv
St. Stefan und Ignatius wurden um Hilfe gegen „Rüben- und Kobiswürmer " angerufen. An ihren Festtagen wurde Wasser geweiht, das dann auf die Äcker und Felder gespritzt wurde. .
Hans Fink, Verzaubertes Land. Volkskult und Ahnenbrauch in Südtirol (1983):http://tinyurl.com/nm5hjah
Und als Beschimpfung muss der Kraut- bzw. Kobiswurm auch herhalten:
und iaz sogidr no epas:) du bleder kobiswurm und bexn hot zuviel sueg fir di
ask.fm/somuchsueg/answer/116710637442


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Kobeswurm, Kobiswurm






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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