Dein Österreichisches Wörterbuch

Schlamastik

schwierige Lage, Schlamassel


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 22.03.2016

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 0 | 2

Kommentar am 25.05.2019
Hugo Mareta zitiert 1863 aus den Briefen des Hans Jörgel von Gumpoldskirchen von 1836:

Endli is mir das Ding do z'viel worden, und i hab g'schaut, dass i aus der Schlamastik ausser kummen bin.
Blätter für Landeskunde von Nieder-Österreich 1863: https://tinyurl.com/yxrwoo8m
Der Hans Jörgel Gumpoldskirchen bringt es dann auch 1841 in seiner Aufzählung von Wiener Volkswörtern: "... Mordionfetzen, Schlamastik, Mangari, Schierhari, Banschradi, Hoppatatschi..." Aber das vom Schlamassl her nach dem Muster von Grammatik oder Scholastik gebildete Wort blieb nicht auf Österreich beschränkt:
Wie um alles in der Welt habt ihr es fertiggebracht, euch in eine so fürchterliche Schlamastik zu setzen ? “, fragt Peter de Mendelssohn , als er nach zwölfjährigem Exil im Mai 1945 die ersten Vertreter Deutschlands wiedersieht: Kriegsgefangene unter amerikanischer Bewachung[/quote journalist

Kommentar am 06.10.2019
Karl Kraus hat 1914 gezetert: [quote: Karl Kraus, Die Fackel 20, 15.05.1914:https://tinyurl.com/y4xs4mjo ] Wie kommt man aus der »Schlamastik « - ein Wort , so furchtbar wie der damit bezeichnete Zustand , ein Motiv zur Lebens- und Landesflucht , schon an sich geeignet , den Wohlstand der österreichischen Auswanderungsagenten hinreichend zu erklären - wie kommt man also aus der Schlamastik , die sich zum Pallawatsch auswachsen könnte, auf gute Art heraus ?
Die Zeit, 11.07.1946: https://tinyurl.com/y3k9s4av


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Schlamastik






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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