Dein Österreichisches Wörterbuch

Goiserer , der

Bergschuhe


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 23.01.2006

Bekanntheit: 100%

Beurteilung: 10 | 0

Kommentar am 01.06.2007
(Bad) Goisern, Salzkammergut, Oberösterreich Kein Dialekt, aber regionalspezifisch für Österreich (ev. darüber hinaus?). (Name einer nicht mehr bestehenden Marke?) Offenbar wurden in (Bad) Goisern (handwerklich? industriell?) solche Schuhe produziert und entweder für ihre Qualität oder durch gute Vermarktung weithin bekannt. Danach, wie so oft, Übertragung einer spwzifischen Bezeichnung auf alle gleichartigen Produkte (wie bei Uhu, Tixo / inzwischen Tesa, Nivea, Leukoplast, Edding, Jeep, Taft, Maggi, ...).

Kommentar am 02.06.2007
Goiserer: Legende und Mythos Ein Goiserer Schuster und Bergführer hat ihn erfunden, den zwiegenähten Goiserer. Die Legende berichtet, daß Franz Neubacher im späten 19. Jahrhundert bei einer Bergwanderung in eine Doline fiel und ihm sein steifes, abrutschendes Schuhwerk seine Rettung nur erschwerte. Angeblich barfuß, auf jeden Fall verärgert, heimgekehrt erfand er den mit Einstichnaht und Aufdoppelnaht zweifach genähten und damit viel geschmeidigeren Goiserer. Die handgeschmiedeten Eisennägel der Sohle, die aufgeschlagenen "Schenken" und "Spitzköpfe" garantierten Trittsicherheit und Rutschfestigkeit. Der Ruhm der neuen Erfindung verbreitete sich rasch und wurde bald auch in der kaiserlichen Sommerresidenz in Bad Ischl vernommen. Kaiser Franz Josef durchstreifte als passionierter Jäger oft die Wälder und Berge des Salzkammergutes. Das geeignete Schuhwerk hierzu ließ er sich in Goisern anmessen. Adelige Jagdgesellschaften, selbst der Hofstaat aus Wien, folgten dem monarchischen Beispiel und trugen ihre Goiserer in die ganze Welt. Noch heute bewahrt Rudolf Steflitsch-Hackl das zarte Leistenpaar der Kaiserin "Sisi" auf - zwischen den "Fußspuren" zahlloser anderer Berühmtheiten und zufriedener Kunden.
[http://www.goiserer.at/page03.htm]

Kommentar am 22.10.2009
Produktion Die Goiserer werden weiterhin in Bad Goisern hergestellt.

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Goiserer






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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