Dein Österreichisches Wörterbuch

Weizfeder , die

Hüllblatt des Maiskolbens


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt, Natur

Erstellt am: 04.08.2018

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Kommentar am 04.08.2018

Höhere Verwerthung der Maispflanze durch die Verwendung der Deckblätter der Kolben (Weizfedern) zur Papiererzeugung.
Wochen-Blatt der kaiserl. königl. steiermärkischen Landwirthschafts-Gesellschaft, 11. Jg. (1862) v. 18.9.1862:https://tinyurl.com/y8or8gae
Die Kolbenscheiden (Weizfedern, Maisstroh) werden zu Flechtwerken aller Art und zur Füllung von Matrazen und Strohsäcken, dann zur Verfertigung eine gelben Papieres (Maispapier verwendet
Josef Johann Burian, Das Getreide. (1870):https://tinyurl.com/ybhjncm3
den Koinegpeter Hanserl, den Gregerlippi Hans, den alten Kriegl oder den Locherl oder wie sie seinerzeit alle hießen, die St. Peterer Originale vor vierzig Jahren, wo ich als zwölfjähriges Büblein in den Weizfedern hockte und zuhörte.
Peter Rosegger, Heimgarten, Band 36 (1912):https://tinyurl.com/y9d67kb9


Kommentar am 05.08.2018
Die Matratzen waren damals mit Woazfedern, das heißt mit getrockneten Maisblättern gefüllt, hatten in der Mitte einen Schlitz, in welchen man in der Früh beim Bettenmachen mit dem Arm hineinfuhr, um das Innenleben aufzuschütteln ... und ich kann euch sagen ... es war ein eigener Geruch, der einen beim Zubettgehen begleitete ... und man schlief herrlich darauf
Menschen schreiben Geschichte:https://tinyurl.com/y8vp3pc3


Kommentar am 06.08.2018
Im Gegensatz zum früheren Bestreben, auch Dialektbegriffe "nach der Schrift" zu schreiben, stößt man gegenwärtig tatsächlich häufiger auf die Schreibung der Ausspracheform:
Die ersten Hauspatschen (Hausschuhe oder -schlüpfer) für mich waren aus Woazfedern (getrocknete Blätter der Maiskolben). Diese herzustellen war eine Aufgabe meiner Mutter, die darin recht geschickt war. Die Woazfedern wurden zu einem langen dicken Band geflochten, welches für die Sohle in Form eines Ovals zusammengenäht wurde. Der ebenso aus dem geflochtenen Band zusammengenähte Oberteil wurde dann an die Sohle angenäht.
Erika Waldhauser, ... und dazwischen eine Masche. Kindheitserinnerungen aus den 50-er Jahren in Graz (2016):https://tinyurl.com/y786qvxt
Rund um Maria Lierzer haben sich die Frauen versammelt, um von ihr zu lernen, wie man „Woazfedern “ zu „Woazschälerpatschen“ (und mehr) verarbeitet [...] Maria, die die alte Handwerkskunst weitergibt, hat das „Woazfeder arbeiten“ selbst einmal von einer Großkleinerin erlernt. [...] Rund 30 Stunden braucht man, um ein Paar Schlapfen fertig zu stellen und einen Haufen „Woazfedern “, am besten im Frühherbst gesammelt.
Großkleiner Klapotetz, 35 Jg. März 2016:https://tinyurl.com/yau8vmqc


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Weizfeder






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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