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Perlaggen

Tiroler Kartenspiel


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 16.09.2018

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Kommentar am 16.09.2018

Das traditionelle Tiroler Kartenspiel Perlåggen wurde in das „Österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes“ - mit Beschluss der österreichischen UNESCO Kommission vom 17. März 2016 - aufgenommen. [...]Das Perlåggen entspricht dem Verständnis von lebendigen Traditionen, wie es im UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes dargelegt ist.
Mein Bezirk.at Imst:https://tinyurl.com/y97qm94u
Perlåggen ist ein Kartenspiel, das heute vor allem in Tirol gespielt wird, wobei Flunkern und Täuschen wichtige Elemente des Spiels sind. Die SpielerInnen eint der Tiroler Dialekt, der mit seinen Spezialausdrücken für das Perlåggen von großer Bedeutung ist.
Unesco.at:https://tinyurl.com/yb82rdsz
Berlich, Berloch nennt der Italiener scherzweise den Teufel*) /*) S. Boerio Dizionatio del Dialetto Veneziano./ ; [...] weil seinem deutschsprechenden Nachbarn seine Muttersprache gerade kein passendes Wort darboth, die neu einzuführende Figur zu charakterisiren, entlehnte er aus der ihm ebenso geläufigen wälschen den Berloch und germanisirte ihn zum Perlagg
“DasTiroler National- oder Perlagg-Spiel“, erklärt von einigen Etschländern (1853):https://tinyurl.com/yc5bagf6


Kommentar am 16.09.2018
„Perlaggen“ ist jedoch nicht nur die jetzt übliche Bezeichnung für das Kartenspiel, sondern auch der Plural jener beonderen Karten, von denen das Spiel nun seinen Namen hat:
Die höchste Karte ist der Trumpf-König, dann kommt der Siebener oder Spitz, dann der Ober, zuletzt der Unter. Diese vier nennt man die Perlaggen. Hierüber gibt es viele Variationen; in einigen Orten spielt man blos mit einem Perlagg, in anderen mit mehreren, sogar mit sieben.
Das Tiroler National- oder Perlagg-Spiel (1853):https://tinyurl.com/y9qdv64z
Über den Singular und das Genus der Perlaggen waren sich die Tiroler allerdings nie völlig einig: Maskulin und endungslos -
Er muss beim Herunterlegen den Perlagg taufen.
Das Tiroler National- oder Perlagg-Spiel (1853):https://tinyurl.com/y9qdv64z
- oder feminin mit Endung -e
Bald übersah er einen Hanger oder ein Gleich, dann warf er wieder eine Perlagge aus, wenn schon der Küchelbauer im Stich war
Karl Schönherr, Gesammelte Werke Band 1 (1919):https://tinyurl.com/y7mp6lwq
-? Ein Wunder ist dies ja nicht, las man doch schon 1863 im „Pustertaler Boten“:
ich sag Dir's unumwunden, das Perlaggen ist ein zänkisches Spiel
Pustertaler Bote, 23.1.1863:https://tinyurl.com/y7a8qpt2
Alt ist und gern wiederholt wird der Spruch: „Gottes Wort und Perlaggerstreit währen fort in Ewigkeit.“

Kommentar am 29.08.2020
Das Wort „Perlagg“ war ein Kraftausdruck im welschtirolischen Dialekt und bedeutete rechthaberisch und gebieterisch.
Dolomitenzeitung 8.4.1933: https://perlaggenfoerderkreis.wimuu.com/de/home


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Perlaggen






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
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