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schneuzen



den Docht der Kerze kürzen


Wortart: Verb
Kategorie: Veraltet, Historisch
Erstellt von: Roverpapi
Erstellt am: 22.10.2008
Bekanntheit: 100%  
Bewertungen: 0 1

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Kommentare (4)


Überall vorhanden gewesen und überall ziemlich selten geworden:
"veraltet" sagen die Wörterbücher. "Seit die Kerzen nicht mehr geschneuzt werden ..."- (Kluge, Etym. Wb., Berlin 1963, S. 671)

DWDS sagt, die 1. Bedeutung ‘die Nase putzen, reinigen’ gilt südd. gegenüber nordd. und md. „schnauben“
und zur anderen Bedeutung:
2.den Docht einer Lampe oder Kerze putzen, beschneiden (veraltet)
Unter „eine Kerze schneuzen“ verstand man das Entfernen der Spitze des verkohlten Dochtes, bevor er in das geschmolzene Wachs fiel www.putzigesoeldner.de/lexikon/lexikon.phpl

Noch aber wird's auch in D verwendet:
FOCUS online.de (20.12.04): Ab dem 15. Jahrhundert bescherten die Bienenwachsleuchter auch dem Bürgertum Licht. Doch es gab noch Arbeit damit: Die Leute mussten die Kerzen regelmäßig „schneuzen“ – also die Dochte kürzen, damit die Lichter nicht tropften oder rußten http://tinyurl.com/y4ffy7c
Koschutnig 10.02.2012


Wieso veraltet?
Ich schneuze meine Kerzen, wenn sie rußen, und meine Kinder auch. Nieder mit der Entdifferenzierung = Verarmung der Sprache! Schade, dass das gute Wort anscheinend nicht als guter Eintrag gelten kann.
klaser 10.02.2012


O, diese Rechtschreibreformer!
Das Verb „schneuzen“ wird nun „schnäuzen“ geschrieben, da man es an die Schnauze angepasst hat (mit der es gar nicht direkt zusammenhängt, da es von ,snuz’, dem Nasenschleim kommt ) .
Übersehen hat man allerdings, dass „schneuzen/schnäuzen“ neben dem Nasenputzen seit über 1000 Jahren auch eine 2., übertragene Bedeutung hat, „den Kerzendocht beschneiden“, und dass dazu das Nomen „die Schneuze“, eine Dochtschere, existiert, ein Wort, dessen Schreibung - nach Duden online zumindest - nicht geändert wurde! – s. http://www.duden.de/rechtschreibung/Schneuze.
Canoo.net erklärt allerdings:
"Schneuze: Nomen, feminin. Alt, nach Reform ungültig.
Schnäuze: Nomen, feminin. Neu, nach Reform einzige Variante
http://tinyurl.com/7g3haxn

Man hätte eigentlich die beiden Bedeutungen des Verbs orthografisch trennen können in „sich schnäuzen“ zur „Schnauze“
und „schneuzen“ zur „Schneuze“ (die ‚Dochtschere’ oder ‚Lichtputzschere’ – schon im 9. Jh gab’s ja snuzza, snuzzil ‚Lichtputze’ ),
eine Trennung, so wie sie im 18. Jh. auch mit dem Adverb „wider“ geschah, das in „wieder“ (= ‚nochmals’) und „wider“ (= ‚gegen’) getrennt wurde.
Aber nein: Auch bei der Kerze soll man an die Schnauze denken! Warum bloß?
Koschutnig 11.02.2012


Auch ich bin gegen das Löschen dieses "veralteten" Wortes. Gerade lese ich das Epos "Und ewig singen die Wälder" des Norwegers Trygve Gulbrannsen, und darin kommt die Redewendung "das Licht schneuzen" mehrmals vor. Heutzutage wissen die wenigsten, was damit gemeint ist, weil auch kaum einer noch eine Schneuze (Dochtschere) im Haushalt hat. Auch die zweite Bedeutung von "Nase putzen" kenne ich noch von meiner Oma, die aus Böhmen kam.
Also: bitte lasst den Eitrag drin in Eurem Volkswörterbuch -- danke!
Jörg Böhmichen
User22407P98 01.12.2017





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: Russwurm Volkswörterbuch Ö Act-Act-Act