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Schrattlgatterl , das

Abwehrmittel gegen nächtlichen Alb-, Nachtmahr-, Truden-, Schrat(t)besuch


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 11.09.2016

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Kommentar am 11.09.2016

Stechpalme ( Ilex aquifolia), der Hülsen , eine Aquifoliazee , heißt auch „ Schradlbaum" , „Schrattl “, als eine Abwehr gegen den Alp- oder Schrattldruck ( Incubus ). Mit der Palmenweide zusammengeflochten, heißt sie „Schrattlgatterl
Oskar von Hovorka, Vergleichende Volksmedizin (1908):http://tinyurl.com/hattezm
Meine besondere Sympathie gehört dem Schrattlgatterl, auch Drudengatterl genannt. Das war ein aus Holzstäben gefertigtes Gebilde, das man an der Stalltür oder am Hoftor anbrachte, um die Drud und damit auch die von ihr verursachten Unwetter und Albträume [...] von Haus und Schlafgemach fern zu halten. Ein Schrattlgatterl kann man sich leicht selbst aus geraden Ästen oder Zweigen basteln (am besten Haselholz): Zwei Stäbe werden in X-Form gelegt, ein Stab wird mittig senkrecht darüber gelegt, und beides wird mit je einem waagrechten Stab oben und unten fixiert.
Sagen.at Forum:http://www.sagen.at/forum/showthread.php?t=4667
Alb (Mahr), auch Schrat, Elbe oder Trud genannt, ist ein Dämon oder Geist, der seit alters als Urheber von Albträumen gilt und zu vielfältigsten Mythenbildungen Anlass gegeben hat. […] Um sie fern zu halten, gebrauchte man magische Mittel wie das « Schrattlgatterl » oder apotropäische Symbole wie ein Penta- oder Hexagramm (Drudenfuß) .
Esoteriklexikon:http://esotericreligion.com/deu/d/alb-mahr/alb-mahr.htm
In Tirol gibt es das „Schrattlgatterl " ein aufrechtes Kreuz, das mit einem schräg liegenden kombiniert wird. Zweige von der Stechpalme, dem Schrattlbaum sollen ebenfalls helfen. [...] Verliebten jungen Männern kommt im Alb die Braut ins Bett. Dagegen hat wahrscheinlich noch niemand ein Schrattlgatterl aufgestellt
redrose1952:http://redrose1952.beepworld.de/aberglaube.htm
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Schrattlgatterl






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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