Dein Österreichisches Wörterbuch

entschlagen

verzichten, verweigern


Erstellt am: 20.10.2018

Bekanntheit: 33%

Beurteilung: 1 | 2

Kommentar am 20.10.2018
Duden meint zum dem Verb: [https://www.duden.de/rechtschreibung/entschlagen#Bedeutungb] 2. auf ein Recht o. Ä. verzichten

Kommentar am 24.11.2018
„sich entschlagen“ mit einem Genitivobjekt ist gehobenes bis gespreiztes allgemeines Deutsch, was auf DWDS mit vielen Dutzenden von Beispielen belegt wird (s. https://www.dwds.de/wb/entschlagen ). , Unter den Beispielen befinden sich allerdings auch welche, wo „sich entschlagen“ mit dem Objekt „der Aussage“ verbunden ist, z.B. Er werde ohnehin bei jeder Frage sein Recht nutzen, sich der Aussage zu entschlagen, da gegen ihn ermittelt werde.( Die Zeit, 18.10.2012, Nr. 43). Wer dem Zitat nachgeht, entdeckt jedoch, dass es sich hier um einen österr. Fall handelt und dass der Text von einem Österreicher verfasst wurde.

Kommentar am 08.03.2020
Weg damit! Wie der zitierte Duden bei den angeführten Beispielen zeigt: gehobene Sprache.

Kommentar am 23.03.2020
Ich muss Lupinas Forderung nach Entfernung widersprechen. Die Eintragung des Wortes geht in Ordnung, allerdings wäre dazu die Bedeutung zu ändern. Durch die in Österreichs allgemeinem Sprachgebrauch häufigste Verbindung von „sich entschlagen“ mit „der Aussage“ hat sich hier dieses Verb bereits vom sinngebenden Hauptwort gelöst und selbst die spezielle Gesamtbedeutung „die Aussage verweigern“ angenommen:

Zuvor hatte sich der mitangeklagte Ex-FPÖ-Generalekretär Walter Maischberger erwartungsgemäß bei allen Fragen der Staatsanwaltschaft entschlagen – und beteuerte seine Unschuld
Neue Vorarlberger Tageszeitung, 13.12.18: https://tinyurl.com/ybtfnbx8


Kommentar am 02.04.2020
Lanquart, du magst Recht haben. Aufgrund der Herkunft meines Deutsch war mir die eigentliche hohe Sprachebene von "sich entschlagen" geläufig, nicht hingegen die hierzulande offenbar eher gewöhnliche Ebene, auf der "entschlagen" mit "Aussage verweigern" gleichgesetzt wird (sichtbar auch beim Eintrag " Entschlagung = Verweigerung (der Aussage)". Meiner Auffassung ist dort ja auch der 2. Bewerter, der ja durch seinen Eintrag „ Erb(s)entschlagung“ bereits auf ein anderes österreichisches Entschlagen hingewiesen hatte.

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entschlagen






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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