Ferggel, Ferggl

die, -, -(n)

Traggestell oder Halbschlitten, bes. für Heu


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Umgangssprache
Tags: Südtirol,
Kategorie: Arbeitswelt
Erstellt von: Lanquart
Erstellt am: 14.01.2019
Region: Klagenfurt Land (Kärnten)
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Der Name stammt vom lateinischen ferculum ab, ein Traggestell, mit dem die Römer ihre Götterbilder und Trophäen bei Prozessionen herumtrugen.
eine autochthone Erfindung der romanisierten Bevölkerung Tirols, doch selbst in Südtirol ist die Verbreitung der Ferggl begrenzt.
source: Schlern Jg. 65 (1991), 6-12
Was die Recherin mit den Armen zusammengedrückt, vom Boden abgehoben und zu Stöcken („Buren“ = Bürden) aufgeschichtet hatte, damit es der Mahder auf einem leichten Traggestell, dem „Ferggl", zur Leegerhütte tragen konnte, das war für das Völser Heubad bestimmt
source: Kristian Sotriffer, Heu & Stroh. 1990

Erst im Winter wird das Heu dann mit eigens angefertigten Holzschlitten, so genannten „Ferggln“, ins Tal gebracht. Eine Fuhre wiegt ca. 140 kg.
source: Bergsteigerdörfer St. Jodok, Schmirn- und Valsertal

Lanquart 14.01.2019


Die Ferggl gelangte auch in Nordtiroler Täler:
Gleich zu Beginn meiner Zeit im Stubai wurde ich einmal gefragt, ob ich wüsste, was eine Ferggl sei. Natürlich dachte ich an ein junges Schwein. Da haben sie gelacht und gesagt: „Nein, bei uns ist eine Ferggl ein Gerät zum Heutragen
source: Erika Hubatschek & Annette Köhler, Mein Leben mit den Bergbauern (2007)

Und sogar im Kärntner Mölltal ist/war sie als Halbschlitten zu finden:
Die besten Bremsen sind die gesunden Beine. Dies beweisen die Heu-, Bloch- und Schwellenzieher, wenn sie den Halbschlitten, die „Ferggl" im Mölltal .... halsbrecherisch über die Leiten in das Tal lenken.
source: Karl Dinklage u.a.,
Geschichte der Kärntner Landwirtschaft (1966)

Lanquart 14.01.2019


Mutation in Geschlecht, Schreibung, und Form:
Als “Ferggel” bezeichnet man ein gabelförmiges Holzgestell, an welchem die beiden Gabelenden durch ein Querholz miteinander verbunden sind. Das Verbindungsholz ist in der Mitte mit einem Loch durchbohrt. Durch dieses wird ein etwa 4-5- m langes Seil gezogen. Das Seil wird mit dem Ferggel in einer Linie ausgelegt und das Heu in Ballen auf das Seil geschichtet. Am Ende des Seiles ist eine Schlinge angebracht, die über die Heuballen hinweg in die Spitze des Ferggels eingehängt wird.
source: Georg Kenntner, Gebräuche ... im Tragen von Lasten . Biogeographica 3, (2013)
das Gerät, welches der Defregger beim Heuziehen verwendet, ist „das Ferggel, ein viereckiger, leichter Rahmen mit drei oder fünf Längsstäben", welche das Durchfallen von Heu verhindern, wenn das „Füederle" auf den Schlitten geladen wird"
source: Der Schlern Jg. 48 / 1974, Teil 2

Lanquart 29.01.2019





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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