Dein Österreichisches Wörterbuch

Flegen, Maisflegen

Hüllblätter am Maiskolben


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Natur

Erstellt am: 05.08.2018

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 0 | 1

Kommentar am 05.08.2018
Von einer fast 85-jährigen Steirerein aus Steinberg bei Hitzendorf, Nähe Graz:

Wir haben die Nachbarn eingeladen und gebeten, zu uns zum Woazschäln zu kommen, so ab 7 - 1/2 8 Uhr abends. Vater machte um den Kukuruzhaufen eine niedere Sitzgelegenheit mit langen Brettern, von wo man die Striezeln gut und bequem erreichen konnte. Einige Tage haben sie in der Tenne gut abgelegen, so konnte man jetzt die Flegen, das sind die Blätter am Striezel, leichter entfernen. Zwei - vier Flegen wurden am Striezel gelassen, der Rest wurde weggezupft ... "Woazschäln" war Arbeit und Unterhaltung zugleich.
Jugenderinnerungen. Gedichte.com:https://tinyurl.com/ydcdpsxo


Kommentar am 07.08.2018
Austriazismus? (den der Einträger selbst propagiert) Nur wegen Eintrag Grazer Tagespost vom 10.10.1862? eine 85-jährige Steirerin aus Steinberg bei Hitzendorf in der Nähe von Graz....

Kommentar am 08.08.2018
Nun ist in einem Verwendungsbeispiel auch das Wort "Maisflegen" aufgetaucht. Bei der Abfassung jenes Textes war man offenbar der Ansicht, das Wort "Flegen" bedürfe einer näheren Bestimmung, soll es in weiteren Kreisen verständlich sein:
Das „ Blochziehen“ wird in einigen Bundesländern in unterschiedlicher Form durchgeführt. Hingegen sind die in „Maisflegen“ gehüllten „ Laschi-Kunden“ eine begrenzte weststeirische Besonderheit.
neues museum Nr 4, Feb. 2004:https://tinyurl.com/ycsxqagf
Auch auf einem deutschen Forum meldet sich damit eine Sabrina:
Heu und Silo sind in rauen Mengen vorhanden, auch das Streu (Stroh, Sägespäne, Maisflegen) und auch Paddockunterlage (z.B. Hackschnitzel, Sand,...)
Forum Pferd.de:https://tinyurl.com/yat9ltbu
Ich hab daher den Eintrag zwecks Erleichterung der Suche erweitert.

Kommentar am 23.08.2018
Im Zusammenhang mit einem Bericht, dass es gelungen sei, die Deckblätter des Maiskolbens zur Papiererzeugung zu verwenden, wurde in der Grazer Tagespost vom 10.10.1862 erwähnt, dass diese Deckblätter „in Steiermark Weizfedern, Flegen, Laschi genannt“ werden und weiter wurde dann gemeint:
In der Gegend von Stainz wird vorzüglich nur Weizen und Mais gebaut und es dürfte hier nicht schwierig sein, einige tausend Centner gut getrockneter Flegen zusammen zu bringen.
Tagespost Graz, 10. 10. 1862:https://tinyurl.com/ya9kaf29
Da erhoffte man sich offenbar eine steirische Papierindustrie auf Maislieschenbasis.

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

Flegen, Maisflegen






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.