Dein Österreichisches Wörterbuch

Mahder , der

Mäher


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt

Erstellt am: 05.05.2019

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 1 | 1

Kommentar am 05.05.2019
Aus Mittelkärnten im 19. Jh.:

Der Mahder Du siggrischer*) Mahdar. Dir will is d'ran: I brich der dein Wetzstan ab. Kannft niemar mah'n!
Deutsche Volks-Lieder aus Kärnten, 1870 : https://tinyurl.com/y8mjqwoo
*) „siggrisch“ entspricht dem sakrisch, von aber weder von den 68 Beurteilern noch von den beiden weiteren Eintragenden erwähnt wird, dass es auch negativ im Sinn von „verdammt“ verwendet werden kann (s. Duden) Wenn „der Mähder“ laut DUDEN landschaftlich, also nicht deutscher Standard ist, dann muss „der Mahder“, den DUDEN und DWDS ignorieren, wohl noch landschaftlicher sein, oder ist/war er Standard im Österreichischen, wo „ä“ in der Vor-Duden- und -Siebs-Zeit ja ganz offiziell als [a] gesprochen wurde (s. „Grätz“).

Beispiel am 05.05.2019
Oh, nach "sakrisch" sollte "wo" statt "von" stehn! Höchst ärgerlich, dass sich solche Fehler nicht korrigieren lassen! Doch mehr zum österr. "Mahder": Aus der Steiermark:
Es gibt Worte, die werden vergessen, weil das, was sie bezeichnen, eigentlich nicht mehr gebraucht wird. „Mahder“ ist so eines. [...]Der Mäher ist eine Maschine, die mäht. Der Mahder ist der Mensch der mäht. Klar?
Mein Bezirk Weiz: https://tinyurl.com/y9r48bn9
Was die Recherin mit den Armen zusammengedrückt, vom Boden abgehoben und zu Stöcken („ Buren" = Bürden) aufgeschichtet hatte, damit es der [b]Mahder[/b] auf einem leichten Traggestell, dem „ Ferggl", zur Leegerhütte tragen konnte, das war für das Völser Heubad bestimmt
Kristian Sotriffer, Heu & Stroh. Ein Beitrag zur Kultur- und Kunstgeschichte, 1990: https://tinyurl.com/y7h4o6fz


Kommentar am 28.04.2020
Aus Südtirol:
In Völs am Schlern sucht sich jeder Mahder seine Mahderin, also die Recherin, selber. Sie essen auf der Alm aus einem Teller und bekunden damit, wie sehr sie in ihrer Arbeit voneinander abhängig sind.
Friedrich Haider, Tiroler Volksbrauch im Jahreslauf (1968): https://tinyurl.com/yy3ef934


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Mahder






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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