Dein Österreichisches Wörterbuch

Grüss Sie

Grüss Gott, Guten Tag


Art des Eintrag: Wendung

Kategorie: Arbeitswelt, Zwischenmenschliches

Erstellt am: 04.06.2007

Bekanntheit: 86.6667%

Beurteilung: 5 | 1

Kommentar am 04.06.2007
mag diesen Ausdruck gar nicht Ich finde diese Floskel eine österreichische Unart. Das wird meist in Betrieben gebraucht.

Kommentar am 04.06.2007
Da kann ich dir nicht zustimmen Ich finde das nett. Besonders dieses Ostbahn Kurti "Grüssi".

Kommentar am 04.06.2007
Ich finds blöd. Irgendwie faul. Wenn ich es sage, dann tue ich es auch nicht. Es ist irgendwie so informell, schon per sie, aber, nein, taugt mir nicht. Wie das "Griass Ihna", finde ich schon besser, aber auch noch nicht gut.

Kommentar am 04.06.2007
Sehr Häufig kenne sie ganz speziell aus dem urbanen raum in Oberösterreich. Dicht gefolgt von "Grüss Ihna!" und weniger formal "Griass Eam!" (interessante grammatik btw)

Kommentar am 07.06.2007
Kommt sicher ursprünglich aus der Beamtenwelt. Vermutlich wurden früher so die Dienstrangniedrigeren begrüßt. Später hat es sich, weil es leicht aussprechbar ist, auch auf andere Bereiche ausgebreitet. Als Gruß einer Respektsperson (Mitarbeiter- Vorgesetzte / Laborant - Dr. rer. nat./ Sportler - Trainer) gilt es immer noch als anmaßend. Unter Hausparteien, Kollegen oder als Gruß zwischen Kunden und Händler (wenn sie einander gut kennen) hat es kaum noch den Anruch von Unkorrektheit. "Griaß Ihna" muss man sich als "Grüß Sie" plus gedachtes Schulterklopfen vorstellen. Es ist genau wie mit dem Du-Wort, das ja auch extrem demütigend oder als Zeichen großer Wertschätzung gelten kann, ganz von der individuellen Situation abhängig.

Kommentar am 07.10.2008
Also, eigentlich bin ich als bekennender und praktizierender Österreicher ein Freund des "Grüß Gott". Weil manche areligiöse Menschen das aber als unzulässige Einmischung in private Angelegenheiten oder Missionierung missverstehen, manche andere wieder salbungsvoll zwitschernd und gluckernd ein weihrauchgies "Grüüß Goott" absondern, befinde ich mich in einer Zwickmühle, aus der mir das "Grüß Sie" schön heraushilft.
In der Theologie spricht man ja auch vom "divinum passivum", wenn der Gottesname gemeint, aber nicht ausgesprochen und (im speziellen Fall durch eine Passivkonstruktion) ersetzt wird. So kann sich jeder Angesprochene was Passendes dazudenken - praktisch!

Kommentar am 07.10.2008
Allerweil besser als "s'Goood!"

Kommentar am 08.10.2008
"Ich begrüße!" (OHNE dich/Sie!) ist das Schauderbarste, was mir als "Gruß" je untergekommen ist Hierorts, so scheint mir, von einer bestimmten parteipolitisch ausgerichteten Gruppe regelmäßig verwendet. Gibt's das sonst IRGENDWO??? - Jedes JA wär' ein willkommener Schock!

Kommentar am 08.10.2008
@JoDo ... abgesehen davon, dass "Grüß Sie" (siehe auch Bewertungskommentar aus Penzing) nicht ganz dasselbe bedeutet wie "Grüß Gott" (und von mir daher auch wahlweise, je nach Situation) verwendet wird, sollte man sich nicht von denen beirren lassen, die in der typisch süddeutschen Grußformel (wird außer in ganz Österreich auch in Bayern und Teilen B-W's verwendet) etwas Religiös-Missionierendes erkennen wollen. Gerade in Wien beobachte ich ständig, dass die Verwendung von "Grüß Gott" eher in sozialer denn in religiöser Korrelation zu den Sprechern steht. Eine noch so religiöse Gemeindebedienstete egal ob A-Beamtin oder Verwendungsklasse E) wird es weniger wahrscheinlich verwenden als ein studierter Philosoph, der vielleicht bekennender Atheist ist).
Zum "Grüß Sie": die Zwiespältigkeit und Zweischneidigkeit dieses Grußes muss als unbestritten gelten. Die Meisten (egal ob Grüßende oder Begrüßte) empfinden sie als leicht distanziert und manche als nicht besonders höflich.

Kommentar am 08.10.2008
Abwandlung in Richtung stärkerer Wiener Dialekt: "Griaß Ihna". Als ich einmal einen bei uns arbeitenden Akademiker (aus lauter Sympathie und subjektiv gefühlter Nähe) so begrüßte, war der spürbar beleidigt. Wer so etwas sagt, liefert nolens volens ein symbolisches Schulterklopfen mit dazu. Also Warnung an Zugereiste: bitte vorsichtig verwenden.

Kommentar am 08.10.2008
@Koschutnig ICH BEGRÜSSE habe ich (fast möchte ich sagen: zum Glück) noch nie von jemandem gehört. Klingt ja gelinde gesagt widerlich!

Kommentar am 10.10.2008
schlimm, schlimm Ekelig, ich kenne diesen Gruß, verwende ihn aber nicht! Darum werde ich über das Wort auch nicht urteilen, da ich es zuminderst der Bekanntheit wegen nicht negativ beurteilen könnte…

Kommentar am 26.05.2016
Der Willkommensgruss "Grüssgott!" ist österreichisches Standarddeutsch. Standard in de: Guten Tag! Standard in ch: Grüezi!* *"Grüezi" ist eine einheitliche praktische Abkürzung für "ich grüsse dich" und "für ich grüsse Sie" ("Sie" für sg. und pl).

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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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