Dein Österreichisches Wörterbuch

den Hahn haben

das Nachsehen haben (oft beziehungstechnisch)


Art des Eintrag: Wendung

Kategorie: Zwischenmenschliches

Erstellt am: 03.07.2007

Bekanntheit: 17.1429%

Beurteilung: 13 | 4

Kommentar am 03.07.2007
Aussprache und Wort sind eigentlich zwei getrennte Enträge , wenn auch mit ähnlicher Bedeutung. Aber ich würde daraus zwei Stichwörter mit 2 dazu passende Aussprachen machen. Sonst super und im "jüngeren Wien" viel zu selten verwendet (während man es außerhalb noch gut kennt)

Kommentar am 06.07.2007
Gehe mit breznsoiza konform. Bitte splitten!

Kommentar am 01.02.2012
für all diejenigen, die das noch nie gehört haben Georg Danzer - der Wixerblues: I hob ka Freindin, i hob ka Frau, i hob bei d'Weiber den Dauerhauh...

Kommentar am 14.02.2015
auch: den hau geb'n - den Laufpaß geben Sinngemäß gleich: den G'stiß geben / ham / kriag'n (G'stiß = Sküs, höchste Karte im Tarockspiel) Vielleicht kommt der "Hahn" nicht vom Geflügel sondern vom hauen???

Kommentar am 26.11.2015
Den Ausführungen ist nichts hinzuzufügen! Gehe mit allen konform und möchte nur dahingehend ergänzen, dass diese Ausdrucksform nicht Dialekt, sondern Jargon ist! Mir ist auch noch geläufig (in dem Zusammenhang): "den Gogosch ham", was darauf schließen läßt (wir haben in der Napoleonschen Besatzungszeit ja viele Begriffe aus dem Französischen ins Deutsche übernommen - wie heute aus dem Englischen...), dass tatsächlich der "Hahn" (franz. Coq) des Wortes ursprüngliche Bedeutung ist. Nun bin ich des Französischen nicht in dem Umfang mächtig, um Schlüsse zu ziehen, ob es dort eine Redensart gibt, die "den Hahn haben" erklärt?!

Kommentar am 26.11.2015
Dieser Hahn ist mir praktisch unbekannt. Ganz in den Tiefen meines Bio-RAMs find ich zwar die Bedeutung noch, doch verwendet hab ich den Ausdruck nie (sozialisiert in Wien/NÖ und über 70 a alt).

Kommentar am 08.07.2020
„Den Hauh kriegen“ verbinde ich ganz stark mit Ablehnung (Beziehung) bzw. auch Entlassung (Job). Ich meine das mit einer Türschnalle in Verbindung zu bringen, also jemandem die Türe zeigen, ihn des Raumes (der Firma) verweisen. Zumindest kenne ich die Verwendung so aus meiner Kindheit in NÖ.

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den Hahn haben






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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