Dein Österreichisches Wörterbuch

bühn

heulen (Sirene)


Kategorie: Veraltet, Historisch

Erstellt am: 12.07.2007

Bekanntheit: 67%

Beurteilung: 6 | 0

Kommentar am 13.07.2007
heutzutage kaum mehr im Gebrauch, aber früher auf dem Land war das ein alltägliches Wort, das Mittagsbühn erklang immer Punkt 12 in den Fabriken, um die Pause zu verkünden, oder wenn die Gemeindesirene erklang (bühte) wusste man, es ist was passiert; die Männer der Freiwilligen Feuerwehr wurden mit dem Bühen verständigt, sich zum Einsatz zu sammeln

Kommentar am 18.07.2007
Kenne ich leider nur mehr von meiner Oma (1900 - 1973), die hat es - glaube ich - auch für das Geräusch von Folgetonhörnern u. Ä. verwendet). Siehe auch HeleneT's Eintrag gleicher Schreibung.

Kommentar am 03.09.2007
@brezerl, zur info, wegen zweiteintrag dieses *BÜHN*, von der Sirene, das ich meine, ist etwas urwüchsiges altes, ich habe es noch immer im Ohr, das muss man gehört haben, dass man es kennt. Tut mir leid, aber ich konnte mich mit Helenes Übersetzung nicht anfreunden, das wirkt so befremdlich auf mich. (bühn im Zusammenhang mit Alarmanlage und brüllen, und ohne Erklärung?) ich kannte als Kind bis in die Jugendzeit hinein das Bühn, das war ein eigenartiger Heulton. Aber auch der Zug bühte, bevor er unbeschrankte Strassen querte, oder kurze Zeit bevor er in die Station einfuhr, ein Zeichen, dass er bald kommt. Der Klang unterschied sich von dem der Sirene, man konnte ihn zuordnen.(Irgendwann wurde das *bühn* beim Zug, durch den Pfiff ersetzt, eine total andere Klangfarbe) Damals hatte nicht jeder eine Uhr, man wusste, wie lange man gehen muss, schaute auf die Küchenuhr, und ging entsprechend vorher fort.
Alarmanlagen? das war damals ein Fremdwort für uns: Ja, die brüllen, pfeiffen, schrillen, heulen auch - aber anders, plärren und was sonst noch alles, aber bühn tun die nicht.
Das klingt als würd ich sagen: das Schnauferl (der Bolide)raste mit 360 kmh über den Nürburgring.(vergleichsweise)

Kommentar am 03.09.2007
Ich hab´sogar noch eine echte Sirene Wisst´s so einen Riesenteller mit Stangl auf dem Dach - noch ein Kriegsrelikt - im Ohr. Das ist schon ein eigener Klang, den vergisst man nicht so schnell ...

Kommentar am 05.11.2007
nach einem Ausflug aufs Land, eine kleine Begebenheit hinzufüge Als in einem Gasthaus ein kleines Kind plärrend zum Heulen begann, hörte ich von Nebentisch ein alte Frau sagen: Na warum büht, denn der goar so, da fiel mir ein, dass meine Grossmutter das auch immer für durchdringendes Kinderweinen gebrauchte.

Durch Bekannte bei der Schmalspurbahn im oberen Waldviertel, erfuhr ich, dass die Mariazellerbahn noch immer büht, ich weiss aber nicht , ob das noch DIESER Originalton ist, weil ich sie selber nicht kenne, vielleicht weiss jemand mehr dazu.
Quelle: [http://www.byronny.at/originale/mundart.htm] bühn: schreien, heulen noch heute die Bezeichnung für das Tonsignal der Mariazellerbahn: I hear d Bauhn scho bühn = es ist Zeit, zum Bahnhof zu gehen, der Zug ist schon in der Nähe (die angebliche Wortkargheit ist also nur eine Art von Effizienz) Mundartgedicht: A kloane G'schicht über d' Zöllabåhn

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

bühn






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.