Dein Österreichisches Wörterbuch

Lungenstrudel

Fleischgericht, typisch nur in Österreich bekannt


Erstellt am: 19.07.2007

Bekanntheit: 40%

Beurteilung: 5 | 0

Kommentar am 19.07.2007
Hier das Rezept dazu ! Dieses Rezept stammt aus dem neuen "Sacher Kochbuch" LUNGENSTRUDEL ca. 500 g Kalbsbeuschel (Lunge, Herz, Züngerl) • Strudelteig (30 x 20 cm groß) • 2 kl. Schalotten, fein gehackt 2 Scheiben Toastbrot, entrindet • etwas Milch zum Einweichen • 1 Ei • Schuss Essig • 1 kl. Bund Wurzelwerk • Pfefferkörner • 1/2 Lorbeerbl Salz • 1-2 Knoblauchzehen • Pfeffer aus der Mühle • Prise Majoran • 1/2 EL Petersilie gehackt • 1 EL Schmalz zum Anschwitzen • 3 EL flüssiges Schmalz zum Bestreichen 1 Ei zum Bestreichen Beuschel vorbereiten. Mit Essig, Wurzelwerk,Pfefferkörnern und Lorbeerblatt weich kochen und über Nacht kalt stellen. Röhren sowie Sehnen gut entfernen und am besten mit der Brotmaschine feinnudelig schneiden. Schalotten fein hacken und gemeinsam mit dem gehackten Knoblauch in heißem Schmalz anschwitzen. Beuschel einrühren und mit Salz, Pfeffer, Majoran und gehackter Petersilie würzen. Toastbrot in lauwarmer Milch einweichen, ausdrücken und mit dem Ei einmengen. Gut durchrühren und Masse kurz überkühlen lassen. Strudelteig aufbreiten und etwa die Hälfte des Teiges mit flüssigem Schmalz bestreichen. Beuschelmasse darauf auftragen und zu einem Strudel einrollen. Enden gut verschließen. Auf ein mit Backapier belegtes Backblech legen, mit verschlagenem Ei bestreichen und im vorgeheizten Backrohr bei 180 °C ca. 15-20 Minuten backen. Herausheben, in Scheiben schneiden und in heißer Suppe servieren..Viel Spaß beim Kochen und guten Hunger -sh-

Kommentar am 19.07.2007
@Wien 14... Tja, in dieser von Männern "beherrschten" Welt kommen die Gaumenfreuden eben gerne zu kurz. Frauen sorgen für das leibliche Wohl und kennen eben andere Sachen ! *smiile Danke für die Bewertung -sh-

Kommentar am 20.07.2007
In Wien habe ich dafür auch öfters die Scherzbezeichnung "Lumpistrudel" gehört. Kennt die außer mir noch jemand=

Kommentar am 03.02.2009
@Brezi gerade gefunden Lungenstrudel In einem Kochbuch aus dem Jahre 1759 hieß er noch „Lumpenstrudel“ und die dafür verarbeiteten Kalbslungen wurden „Beischeln” genannt. Damals aßen die Wiener den mit gerösteten Semmelbröseln übergossenen Lungenstrudel noch als Hauptspeise, erst später kam die Gewohnheit auf, ihn als Suppeneinlage zu servieren. Die Herstellung dieser alten, nur in Österreich bekannten Spezialität, erfordert Fingerspitzengefühl. Gekochte Kalbslunge, eventuell auch Bratenreste, Wurzelwerk und Zwiebel werden in Schweineschmalz angeröstet, gedünstet, mit Ei und Semmelbrösel vermischt, gewürzt und faschiert. Dann wird die Masse auf einem mit zerlassener Butter bestrichenen Strudelteig verteilt und eingerollt. Bestreicht man die Teigblätter innen mit Ei, kann man den fest gerollten Strudel in heißem Wasser ziehen lassen, ohne dass er zerfällt. Soll er im Rohr goldgelb gebacken werden, trägt man das versprudelte Ei außen auf. In Stücke geschnitten, wird der Lungenstrudel dann in heißer Rindsuppe mit Schnittlauch kredenzt.

Kommentar am 26.04.2024
Ob mir das munden würde? Da war das Reimen einfacher: Aus der Oper „Aschenschlägel“:

Postillion und Sesseltrager , Bäckenjodel, Ochsenschlager , Alte Katzen, schwarze Pudel, Leberknödel, [b] Lumpenstrudel[/b], Das ist doch ein Quodlibet, Das gewiss zum Herzen geht.
Theatralisches Taschenbuch zur geselligen Unterhaltung vom K-k. priv. Theater in der Leopoldstadt (ca. 1815): https://books.google.at/books?id=wIpKAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q=Lumpenstrudel&f=false


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Lungenstrudel






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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