Dein Österreichisches Wörterbuch

Tschatsch , der

wertloses Zeug


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 16.11.2007

Bekanntheit: 40%

Beurteilung: 3 | 3

Kommentar am 13.06.2008
Ich denke, das deutsche Wort hiefür wäre "Tand"?

Kommentar am 14.06.2008
Tand ja aber "Tschatsch" ist auch Unsinn, eben 'wertlos'

Kommentar am 25.03.2019
Als Beispiel alt aber gut (als Tarvis noch bei Kärnten war):

Zwar hatte sich Herr Tobatill [...] verschworen, nie wieder in seinem Leben einen Fuß über die Grenze des Bezirkes Tarvis hinwegzusetzen, [... ] weil er vor den bösen Zeitungen, die gleich jeden „Tschatsch“, wie er sich auszudrücken beliebt, an die große Glocke hängen, mehr Respekt hat als vor Hölle und Teufel
Anton von Rauschenfels, Abenteuer des Herrn Tobatill aus Tarvis ... , Freie Stimmen. Organ der deutschen Partei in Kärnten, 8.11.1871: https://tinyurl.com/y3282ltg
Und eine Erklärung:
Man spricht zum Beispiel vom „Kaniger Latsch" und vom „Kirchheimer Tschatsch“ (Bewohner von Kanig und Kleinkirchheim: „Latsch", träger Mensch, „Tschatsch" bedeutetet wertloses, schlechtes Zeug).
ZS Carinthia I., Jg. 143 (1953): https://tinyurl.com/y6jm5s6r


Beispiel am 27.03.2019
Im Grazer Volkskundemuseum befinden sich über 1000 Objekte, die magisch besetzt sind, aber zu denen kaum Fachwissen vorliegt - wie die Sammlung von Amuletten im Form einer Tschatschkette.
Die Presse, 22.7. 09: https://tinyurl.com/y63mzvyw
Bild: Tschatschkette Amulettkette mit 13 Amuletten an einer roten Schnur. Verschiedene Materialien, 17. bis 19. Jahrhundert [b]Tschatsch[/b] bedeutet Anhängsel, Kleinigkeit, Plunder, Tand. Die Kette wurde im Jahre 1920 von einer Grazerin an das Volkskundemuseum übergeben. [...] Die Tschatschkette ist in der Dauerausstellung im Volkskundemuseum ausgestellt.
Museum Joanneum Graz: https://tinyurl.com/y2lpjgeg


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Tschatsch






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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