Dein Österreichisches Wörterbuch

Sautanz

kleines Fest nach der Schlachtung


Erstellt am: 03.01.2008

Bekanntheit: 60%

Beurteilung: 6 | 0

Kommentar am 04.01.2008
zu Sautanz: Dazu gehört auch die anschliessende Verarbeitung zu Leberwurst, Blunzen etc. Landgasthäuser standen früher nicht selten in unmittelbarer Zusammenarbeit mit einer Fleischerei, wobei der Fleischhauer in Personalunion auch Gastwirt war. Das Schild SAUTANZ im Wirtshausfenster signalisierte, dass es jetzt frisch Geschlachtetes vom Schwein gab. Zum Thema fand ich die Schilderung eines Sautanzes im Burgenland auf der interessanten, privaten Webseite: [http://www.burgenland.ws/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=6&idart=23]

Kommentar am 04.02.2019

Der Sautanz ist nichts für schwache Nerven oder empfindliche Mägen. Der uralte Brauch ist weder eine tänzerische Kunstform noch ein gemütlicher Besuch beim Metzger von nebenan. Beim Sautanz wird das rosarote, borstige Schwein noch am Hof auf schonende Weise geschlachtet, vom Rüssel über die Ohren bis zum Ringelschwanz verarbeitet und anschließend in nachbarschaftlicher Runde verspeist. --- Ist das Essen verschlungen, wird zu Musik ausgelassen gefeiert und getanzt.
Kleine Zeitung, 3.2.2019: https://tinyurl.com/yd3exm3a
Im Sommer mästen, im Winter schlachten ... Der Hausschlachtung folgte das Sautanzfest. ... Nicht nur im Burgenland, auch in Oberösterreich, Kärnten, Salzburg lässt man das uralte Brauchtum wieder aufleben ... im Dezember geht das Sautanzen los und es dauert bis ungefähr Faschingsdienstag.
Standard, 2.12.2018. Pressreader: https://tinyurl.com/y7lbgqvh


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Sautanz






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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