Dein Österreichisches Wörterbuch

Gschwuf, der

Snob oder auch Liebhaber


Erstellt am: 14.01.2008

Bekanntheit: 40%

Beurteilung: 2 | 0

Kommentar am 21.11.2018

Eine etwas andere, markante Figur im alten Wien war der Gschwuf: Stutzer, Geck, „Modebengl", „ein Mensch, der sich immer nach der neuesten Mode kleidet, oder Modebursch", heißt es bereits bei Sonnleithner 1824. Einen „Zierbengl“ nennt ihn Hügel, und Mareta überliefert ohne G-Anlaut auch den Schwuf: "Zierbengel, Stutzer, Liebhaber, meist verächtlich". Bei Loritza ist der Gschwuf nur der "Geliebte", bei Hügel in dieser Hinsicht "auch der courmachende Begleiter eines Frauenzimmers". - "Ein G'schwuf ist ein Mensch, der gern einen Kawalier spielen möchte, dem man aber die Noth und das, was der Anzug verdecken soll, ansieht", heißt es 1837 in den Hans-Jörgel-Briefen und 1815 wird in den Eipeldauer-Briefen bemerkt: Er tragt si so g'wiss aufg'wixt wie unsri Gschwuf'n in der Vorstad an ein'n Sundag
Österreich in Geschichte und Literatur Bd. 51/2007: https://tinyurl.com/y8ybuww9


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Gschwuf, der






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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