Dein Österreichisches Wörterbuch

hölzeln

eine Form des Lispelns


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 20.01.2008

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 2 | 0

Kommentar am 20.01.2008
hölzeln ist (siehe Kommentar Halawachl) KEIN Synonym zu 'zuzeln' wort-26-at-zuzeln.html.Ich hatte hier erst etwas anderes behauptet, das ich aber nach Halawachls Einwand korrigiert habe. Falls ich es nun richtig verstehe: Zuzeln verschiebt das s in Richtung [θ] und Hölzeln verschiebt es in Richtung [f].

Kommentar am 20.01.2008
Beliebtes "Zitat": I faschteh def net: mei Fota hötflt, mei Muada hötflt, mein Bruada und mei Schwefta, die gantfe Famülie, nur i, i hötfl net!

Kommentar am 23.01.2008
Ein Austropopper (ich weiß nicht mehr, welcher) weigerte sich einmal, für eine Plattenaufnahme gemeinsam mit Falco vor dem Mikrofon zu stehen und bekundete das indirekt mit den Worten: "Da hölzlt einer ..." (wegen des bürgerlichen Namens von Falco).

Kommentar am 29.01.2008
Klasses Wort! Aber... ...identisch mit dem zuzeln isses nicht. Nicht ganz leicht zu beschreiben. Aber um das Zuzeln zu imitieren, kannst du ganz einfach die Zunge bei der Lautbildung leicht zwischen die Vorderzehne schieben. Der Hölzellaut hingegen entsteht wenn du die Zunge gegen den Gaumen hochstreckst. Dazwischen gibts natürlich noch eine Menge individuelle Varianten. An eine davon erinnere ich mich noch gut, ich glaub es waren die Spitzbuam, die die Polypen-Variante erfanden. Die Szene mit dem Würstelverkäufer spielte sich auf einem Bahnsteig ab: "Heiffe Würfftn! heiffe Würfftn!"..."Sag'ns hab'n sie Polypen?"...Naaa. Nur heiffe Würfftn"

Kommentar am 29.01.2008
@Halawachl: danke!!! Ich habe mich schon gefragt, warum fast alle um das Wort einen Bogen machen. Endlich formuliert jemand aus, was an meiner Übersetzung faul ist. Vielleicht hast du auch gleich eine Idee für eine prägnante, aber eben zutreffendere Übersetzung. Erst dann werde ich (damit's in einem Aufwaschen geht), alles Falsche von mir hier eliminieren. Nochmals danke!

Kommentar am 29.01.2008
@Brezi An Deiner Übersetzung ist doch gar nichts auszusetzen! Ich sträubte mich nur dagegen, dass es ein vollkommenes Synonym zu zuzeln sein soll. Ich würd sagen, beides ist Gelisple, aber hat mit einem unterschiedlichen Lautbild. Auch der Duden hat es als lispeln übersetzt. Bei Retti gibts ganz Interessantes: [http://oewb.retti.info/oewb-public/show.cgi?lexnr=4NBASTKMIbeBP8atIxFcME10jBg%5C0XfcaiwA1sHQSxln5eT8MF6oiw==&pgm_stat=show]

Kommentar am 29.01.2008
@Halawachl - habe inzwischen die Korrekturen vorgenommen und es steht jetzt hoffnungsvollerweise richtig da

Kommentar am 27.11.2011
Siehe auch: Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben
[http://www.kabarettarchiv.at/Bio/Sklenka.htm]


Kommentar am 27.06.2016
Das Verb "hölzeln" in der Bedeutung "Zischlaute fehlerhaft aussprechen" ist SW-österreichische Umgangssprache, nicht österr. Standarddeutsch. Gemeindeutsch: lispeln (VWB, S: 354; Duden)

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hölzeln






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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