Dein Österreichisches Wörterbuch

Trapperie , die

Schabracke


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 15.03.2008

Bekanntheit: 80%

Beurteilung: 2 | 0

Kommentar am 30.08.2018
Was Sabine aus Linz hier anbietet, eine „Trapperie“, sieht nach Wildem Westen aus - aber in bügelfreiem Zusammenhang? Haben Trapper wirklich damit zu tun?

Dekor gelb gemustert vom Betten Reiter (auch genäht) 30,- 2 Teile: Höhe 175 cm, Breite 140 cm - bügelfrei 1 Teil: Höhe 255 cm, Breite 140 cm dazupassende Trapperie 450 cm lang, 34 cm hoch
Willhaben:https://tinyurl.com/yd87jxq2
Ach, "Draperie" ist die Orthographie des gemeinten Wortes? Ja, die Schreibung "Trapp..." hat's wirklich einmal gegeben, im Mittelhochdeutschen: „sus was sunden frîe ûz der himilschen trappenîe von ir briutgom becleidet“ - und auch später noch bis weit ins 19. Jh., in allen teutschen Landen. Doch "Trapperie" oder "Draperie", sie ist weder ein Synonym für eine Pferdedecke, noch ein Schimpfwort für eine alte Frau ("Schabracke"):
Als Draperie werden Stoffgehänge bezeichnet, die vornehmlich dekorativen Zwecken dienen. Seit dem frühen 18. Jh. begegnet uns, zunächst in der Sprache von Künstlern und Kunstkritikern, die Bezeichnung Draperie, übernommen vom französischen 'draperie' [...] von franz. 'drap' = Tuch, aus Vulgärlatein. 'drappus', mlat. 'trapus'; daraus auch ahd. 'trabo' und mhd. 'trappenîe', 'trapperîe'
Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte Bd. 4 (1955):http://www.rdklabor.de/wiki/Draperie
Da hätte bei den völlig verschiedenen Bedeutungen die Erklärung "Schabracke" wirklich mit dem Zusatz "Fensterdekoration" versehen werden müssen, siehe Wikipedia-Eintrag "Schabracke (Fensterdekoration)" s. a. Eintrag "Draperie" bei Duden, in Wikipedia und Wiktionary etc.

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Trapperie






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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