Dein Österreichisches Wörterbuch

Ferill

Ferill


Kategorie: Orts- und Raumangaben

Erstellt am: 26.09.2008

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 2 | 1

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Kommentar am 26.09.2008
Hallo michl... Kannst bitte ein Beispiel geben was ein/eine Ferill ist ? Habe dieses Wort noch nie zuvor gehört. Danke und LG Reinerle

Kommentar am 26.09.2008
Geil! Hier wird ein unbekanntes Wort völlig kryptischerweise mit DEMSELBEN Wort übersetzt.
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Kommentar am 26.09.2008
Das dürfte was in Island sein: Alhliða ráðgjafarfyrirtæki á sviði hönnunar, verkefnastjórnunar, byggingarstjórnunar og eftirlits.

Kommentar am 26.09.2008
Du "michl81"! Ferill ist eine isländische Firma
[http://www.ferill.is/?PageID=1103]
aber ein österreichisches Wort?
Bitte um eine Erläuterung!

Kommentar am 26.09.2008
Info / Gedanken dazu : Das wohl einzig mit der Sprache Österreich assoziatives Faktum wäre, die Verwandschaft mit dem Wort – ferial - .
Ferill ist Bestandteil der altisländischen Sprache und bedeutet in der Übersetzung soviel wie Reise bzw. Reisender. Der Plural wäre passend dazu – ferlar - .
Ferial mit Freizeit, somit mit Reise in Verbindung zu setzen, klingt sinnverwandt.
Jedoch ernsthaft diesen Eintrag in Verbindung mit Österreichs Sprache zu setzen bzw. die altisländische Sprache als Ursprung zu sehen, wär zuviel des Guten.
In Deutschland ist dieses Wort ebenso unbekannt.
Meines Erachtens ein Fake und ich bin gespannt, welche Deutung / Umschreibung uns der gute Michl geben wird.
LG –shadow-

Kommentar am 01.10.2008
Ic h finde... man kann dieses Wort entfernen...weil Antwort kriegen wir sowieso keine. Meli

Kommentar am 02.10.2008
Ferill -> Bedeutung Ferill kommt von "Frillen" (kleine Fische). In der Nähe des Ortes liegt ein angelergter Weiher, in dem viele "Frillen" gehaust haben. Daher hat der Name des nächstgelegenen Ortes Ferill geheissen, und ist auch noch heute so.

Kommentar am 02.10.2008
@michl..und wo bitte liegt der Ort Ferill ? Laut deiner Info "hieß?" der Ort so mal ? Und frillen "hausten" in dem Weiher ? Ist der Ort umbenannt worden ? Oder von den Wikingern niedergebrannt worden ? Frillen im übrigen , da versagt auch das "heilige" Google. Kein Tier das so ähnlich benannt ist zu finden.
Kannst mir mal ein paar Links geben, wo ich mehr darüber erfahr ?
"seimanetbös", kommt auch mir wie ein Fake vor
Irgendwie denk ich dabei an die Trilogie Herr der Ringe *g
dankscheen

Kommentar am 02.10.2008
und wo bitte liegt "Ferill" Ferill, oder wie es heute geschrieben wird Verill ist ein Weiler der Ortschaft Strengen a.A. Strengen liegt am Anfang des Stanzertales. (in der Nähe von St. Anton am Arlberg, für die nicht Ortskundigen) Frillen werden zum Fischen benötig, anscheinend beissen die Fische besser, aber da ich kein Fischer bin, kann ich das nicht beurteilen.

Kommentar am 06.10.2008
Ich meine, wenn dieser Ort, dieser Begriff in solch einem Maß selbt in Ö unbekannt ist, wird ein User aus D genauso wenig damit davon anfangen können oder danach suchen.
Kann leider nur schlechte Bewertung vergeben.
-sh-

Kommentar am 03.02.2012
Pfrill(e) - Elritze Wahrscheinlich geht es darum:
Der Pfrill, des -es, plur. die -e, oder -en, oder
die Pfrille, plur. die -n,
der oberdeutsche Name der Elritze,...
([http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Pfrill,+der)]

Die Pfrille steht auch in aktuellen Quellen, weil aber weder im Duden noch in Wikipedia angegeben ist, wo dieser Begriff verwendet wird, habe ich oben diese alte Quelle (Adelung, 1793) herangezogen.
([http://de.wikipedia.org/wiki/Elritze)]

In Meyers Konversations-Lexikon von 1905 steht der Artikel unter Pfrille, unter Elritze findet man den Verweis auf Pfrille.
([http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Elritze?hl=pfrille)]

Im Bayerischen Wörterbuch steht bei Pfrille auch "oberl. Frille". Ich weiss nicht, was die Abkürzung bedeutet, aber diese Bezeichnung hat auch der Eintrager in einem Kommentar oben erwähnt.
([http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00005026/image_243)]


Kommentar am 03.02.2012
@ SeppD[etektiv]: Wunderbar!!! "S" für Sherlock? ||@ Moderatoren: Bitte Eintragsänderung! Vorschlag:
Österreichisch: Frille, die
Aussprache: frülln
Deutsch: Elritze, Pfrille, Bitterfisch


Günstig wäre als 1. Kommentar dazu:
genutzt als Nahrung bei der Forellenzucht und als Köderfisch. Vgl. Verill (älter "Ferill"), ein Weiler von Strengen am Arlberg, genannt nach einem Teich mit Elritzen- (= Pfrillen-/ Frillen-/ Bitterfisch-) Besatz

Wikipedia: Die Elritze, auch Bitterfisch, Maipiere oder Pfrille genannt, ist ein Kleinfisch aus der Familie der Karpfenfische, 6-12 cm lang, ein Schwarmfisch, gern als Köderfisch benutzt.

Vgl. die 2 Bemerkungen von michl81, dem Eintragenden:
Ferill kommt von "Frillen" (kleine Fische). In der Nähe des Ortes liegt ein angelegter Weiher*) in dem viele "Frillen" gehaust haben. Daher hat der Name des nächstgelegenen Ortes Ferill geheißen […] Ferill, oder wie es heute geschrieben wird Verill ist ein Weiler der Ortschaft Strengen a.A. Frillen werden zum Fischen benötig...

*) Die Bezeichnung für einen „angelegten Weiher” ist „Teich“ (vgl. ohne hochdt. Lautverschiebung: „Deich“ ). Ein "Weiher" ist per definitionem ein kleines natürliches Flachgewässer. Paradox ist daher auch der Text "Wie legt man einen Weiher an?" [http://umwelt.cms4people.de/63.html]

Kommentar am 03.02.2012
Die Henne oder das Ei - was war früher? Noch ein paar Frillen-Belege:
* Aus Alt-Österreich: Zahllose kleine Fische, Frillen, scheinen sich der wiederholten Sonnenblicke zu freuen und braune Kröten wälzen sich in Knäueln…Heinrich Noë, Oesterreichisches Seenbuch Darstellungen aus dem Leben an den Seeufern des Salzkammergutes, 1867, S. 419 - [http://tinyurl.com/7l784tx]
* Frillensee, Früllbach […] nach den darin vorkommenden kleinen Fischen, Frillen genannt Oberbayerisches Archiv, Bände 62-64 (1921),S. 140 - [http://tinyurl.com/834f8w6]
* ...in der Nähe der Pfrillen- oder Frillensee (Pfrille, Elritze)... Hans Woerle, in Münchener geographische Studien Bd. 8 (1900) S. 57 - [http://tinyurl.com/7me2bvl]

Fest steht, dass die Frillen die bair.-westösterr. Bezeichnung für die Elritzen sind.
Aber woher der Name?
Ein Beleg zeigt, dass sie als Forellen-Nahrung in die Gewässer ausgesetzt wurden;
* In großer Menge tummelten sich im Wasser 10—15 cm lange Ellritzen (Phoxinus laevis (L) Ag), vom Volke Frillen genannt. Sie sind nach Zschokke überall in den Alpenseen verbreitet […] durch den Menschen ausgesetzt worden als Nahrung für die Forellen Christian März, Der Seenkessel der Soiern.Gesellschaft für Erdkunde zu Leipzig (1903), S. 43 - [http://tinyurl.com/85ofwl3]

Ein weiterer Fund erklärt einen Frillen -See als Forellensee:
* Die Felswände in der Umgebung des Frillen- (Forellen-) Sees C. W. Guembel: Geognostische Beschreibung des bayerischen Alpengebirges und seines Vorlandes, 1861, S. 234 - [http://tinyurl.com/89w93ey]

Fand man also, dass Forellen gerne Frillen verspeisten,
oder waren die Elritzen vllt. gut „für d’ F’relln“ und wurden dadurch selber erst zu „Frillen“?

Auch die Affrikata pf- im Anlaut ("Pfrille") ließe sich so als sekundäre Veränderung erklären, wenn nämlich das Wissen um diesem Zusammenhang fehlt - s. "Sind Elritzen (Pfrillen) eine „Leibspeise" für Forellen?" Allgemeine Fischerei-Zeitung, Bd. 91 (1966)- [http://tinyurl.com/7uuybq3]
Allerdings gibt es sehr alte Belege für "Pfrillen" (17.Jh. - [http://tinyurl.com/7euwe74] ) und auch Schmellers "Bayer. Wb" mit Pfrille = Frille entstand ja auch immerhin schon in der 1. Hälfte des 19. Jh.-[http://tinyurl.com/76z4xgp]
Ausgesprochen herzig allerdings ist der Versuch im 1815 erschienenen „Etymologischen Wörterbuch der in Oberdeutschland, vorzüglich aber in Oesterreich üblichen Mundart“ des Benediktiners Matthias Höfer aus Kremsmünster, „der Zeit Pfarrer zu Kematen“, den Pfrill/die Pfrille unter Hinweis auf die Ähnlichkeit mit ‚Brille’ und sogar dem ‚Beryll’ vom italien. Namen ‚pardello’ für den Fisch herzuleiten, der "im Traunfluss" auch unter dem Namen "Aufgängel" oder "Streichpfrille" bekannt sei (S. 331)- [http://tinyurl.com/846kkc6]

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Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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