Dein Österreichisches Wörterbuch

Agen

(ungebrechelter) Flachs; Flachsabfall, Schäben, Scheben, Angen


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt, Natur

Erstellt am: 22.10.2008

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 1 | 2

Kommentar am 05.05.2017

Âgn (unge brechelter) Flachs
Heinz-Dieter Pohl, Kärntnerisch von A – Z (1994):http://wwwg.uni-klu.ac.at/spw/oenf/WoerterbuchNeuDateien/A.htm
Bezüglich dieser Spatulirmaschine ist zu erinnern: daß an einer [...] Welle sechs spachtelartige Arme sich befinden, deren Wirkung oder Schwingung die gebrechten und von den Agen durch Ausschütteln befreiten Flachsbüschel unterzogen werden, und durch welche Manipulation der Flachs von sämmtlichen Agen und Staub schnell und leicht gereiniget und für die Hechelmschine vorbereitet wird.
Mittheilungen der kais. königl. Mährisch-Schlesischen Gesellschaft für Ackerbau, Natur- und Landeskunde in Brünn Jg. 28 (1835):http://tinyurl.com/lx7km2n
Wie mehr der Flachs von Agen , und dergleichen gereiniget ist, desto weniger wird man im Spinnen aufgehalten seyn
Salzburger Intelligenzblatt (1786):http://tinyurl.com/mgoz3jp
zu 2 Pfund von solchem Brei wird eine Theetasse voll Leinölfirniß, halb so viel Ruß, und eine Handvoll Flachsangen (bei uns Agen genannt, d.i. Abgänge vom Flachsbrechen) gemengt.
A. Tedeschi, Was ist besser, Feuersbrünste zu löschen oder sie zu verhüten? Wien 1824:http://tinyurl.com/mdseks2
Das Hauptübel ist nebst der Thauröste das Brecheln mit den gewöhnlichen Flachsbrechen mit zweifacher Nute, wodurch der ganz ausgedörrte Flachsstengel in seinem Innern holzige Theile zertrümmert, das Flachshaar seiner Verbindung entlediget werden und sich rein von allen Agen und Scheben darstellen soll.
Mährisch-Schlesische Volks-Zeitschrift für die Land-, Wald- und Hauswirthschaft 3. Jg. (1845), Heft 11:http://tinyurl.com/ls7bdtz


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Agen






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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